Flynn in Frankfurt

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Es ist relativ schwierig, genaue Informationen zu diesem Besuch Errol Flynns in Deutschland zu finden. Verschiedene Quellen verraten verschiedene Einzelheiten. Er kam im Februar 1954 (wahrscheinlich am 4./5.) in die Region Frankfurt. Er wurde in einer Spezialmaschine aus Rom eingeflogen und übernachtete im Kurhaus Bad Soden. In der „Mutter Krauss“, einem Gasthaus in Schwalbach am Taunus, bewunderte er so sehr die Bembel, daß er von der Nichte der Wirtin einen bekam, und die Nichte bekam einen Kuß dafür. Die Bilder zeigen diese Übergabe jedoch am Flughafen – bei der Abreise?

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In Frankfurt nahm Flynn an einer Wohltätigkeitsveranstaltung des amerikanischen Offiziersclubs teil. Diese fand im Kasino statt. Flynn fungierte dort wohl als eine Art Conférencier. Auch seine Frau Patrice Wymore und Filmstar Olga San Juan traten auf – alle kostenlos. Erst ließ er die Zuschauer jedoch fast zwei Stunden warten. Als er schließlich endlich kam, versteigerte er laut Spiegel (vom 17.2.1954) „mit rotem Lippenabdruck amerikanischer Filmstars versehene Taschentücher an die Männer“. Ein anderer Artikel spricht von Fotos der Filmstars. Auch in Sachen Zuschauerzahlen sind die Zeitungen sich nicht einig: Der Spiegel spricht von 2000, die amerikanische Quelle von über 900. Was sich ja nicht grundsätzlich widerspricht.

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Die Damen bekamen für 42 Mark (damals $10) einen Kuß. Lauren Bacalls Nachthemd soll ebenfalls versteigert worden sein – als Überraschungspaket. Flynn durfte vorher nicht verraten, was enthalten war – auf Anweisung von Bacalls Ehemann Humphrey Bogart. Er las aus dem Kinsey report über Frauen und gab zu, daß selbst er hier noch einiges gelernt habe. Zitat: „In diesem Buch ist Sex nicht mehr Sex. Es ist Arithmetik.“ Danach soll er sich noch etwas danebenbenommen haben, eine Karikatur von sich und Bilder eines Reporters zerrissen haben.

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Quellen:

http://ww2.stripes.com/photoday/index.php?photo=072208photoday.html

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28955188.html

http://www.wiki-frankfurt.de/index.php?title=Errol_Flynn

http://www.stripes.com/news/from-the-s-s-archives-bacall-package-sold-by-flynn-for-march-of-dimes-1.34269

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Mr X auf Abwegen

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eines von zahlreichen Promofotos

 

Der Film liegt in einer synchronisierten deutschen Fassung vor, feierte seine Premiere in Deutschland jedoch nicht im Kino, sondern 1964 im Fernsehen. Thomas/Behlmer/McCarty gefiel er nicht besonders, aber eigentlich ist es eine wunderschöne Krimikomödie, der leider viel zu wenig Beachtung geschenkt wird und die dementsprechend selten im Deutschen Fernsehen gezeigt wird..

In diesem Film trifft Errol wieder einmal auf mehrere Schauspieler aus dem Warnerstall, mit denen er bereits gespielt hatte – neben Allen Jenkins (aus Ein Kerl zum Verlieben) u.a. Brenda Marshall als „Ersatz“ für Olivia de Havilland und natürlich auf Alan Hale, der diesmal nicht hundertprozentig auf Errols Seite steht…

Flynn bat Jack Warner immer wieder darum, leichte Komödien spielen zu dürfen. Nachdem er nun sieben historische Filme hintereinander in nicht einmal drei Jahren gedreht hatte, war es endlich soweit. Ursprünglich sollte wohl Olivia de Havilland die weibliche Hauptrolle spielen – doch die befand sich gerade in einer handfesten „revolutionären Phase“ gegen Jack Warner und lehnte der Reihe nach Filmangebote ab, weil sie es leid war, Errol Flynns nettes Mädchen zu spielen. Auch hatte sie gerade eine Krise mit Errol, nachdem sie einige Zeit zuvor einen Streit mit ihm wegen seines z.T. verantwortungslosen Verhaltens bei Dreharbeiten gehabt hatte. So griff man auf Brenda Marshall zurück, die man schon im Der Herr der Sieben Meere mit Errol geteamt hatte.

Der Film hätte der Wendepunkt in Errols Karriere werden können. Wäre er ein Kassenhit geworden, hätte man daraus eventuell sogar eine Serie gemacht. Detektivfilme waren Anfang der 40er Jahre groß in Mode. Doch leider hat es nicht sollen sein. Filme, in denen Flynn nicht den Helden verkörperte, waren nur magere Kassenerfolge. Und so war es leider auch mit diesem. So war wohl das Drehbuch laut einigen Kritikern nicht unbedingt perfekt, und auch die Regieführung durch Lloyd Bacon entsprach nicht der erfolgreichen eines Michael Curtiz, mit dem Errol jetzt erst einmal nicht mehr arbeiten wollte, nachdem er von ihm in fünf Filmen hintereinander gequält worden war. Die Quelle zu diesen Hintergrundinformationen war übrigens Flynnexperte Robert Matzens Blog über Errol und Olivia, in dem er ausführlich über den Film und seinen Hintergrund geschrieben hatte- leider existiert die Seite nicht mehr.

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Inhalt:

Der Film beginnt mit einer sehr mysteriösen Szene: wir sehen Errol Flynn alias Francis Warren und Allen Jenkins (in der Rolle seines Fahrers und Sekretärs Wilfred) nachts auf ein Haus zuschleichen. Flynn trägt Jenkins auf, die Leiter zu holen, und steigt diese dann hinauf. Oben angekommen, steigt er durch ein Fenster in das Haus ein, sehr bemüht, keinen Lärm zu machen. Vorsichtig lugt er um die Ecke – eine schlafende Frau liegt im Bett. Eine kleine Anspielung auf das Image, das Flynn inzwischen erworben hatte? Die Standuhr schlägt drei Mal. Flynn legt sich in das zweite, leere Bett und schläft ein.

Am nächsten Morgen sitzt Francis Warren am Frühstückstisch und läßt sich von einem Butler bedienen. Er fragt diesen, ob er den in der Zeitung erwähnten neuen Roman von F.X. Pettijohn, Mr X auf Abwegen oder Mord im Dienstagsclub, schon gelesen habe. Der Butler äußert sich sehr negativ über dieses Buch.

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Nun stoßen zwei Damen zu Francis – seine Frau Rita (Brenda Marshall) und seine Schwiegermutter Mrs Archer (Lucile Watson). Sie sind empört darüber, daß dieser Mr Pettijohn allen Damen ihres Donnerstagsclubs ein Exemplar seines Buches geschickt hat. Überhaupt ist dieses Buch ein Skandal, weil es sich über die Damen des Clubs lustig macht! Auch der Anwalt der Familie, Mr Carruthers, stößt zum gemeinsamen Familienfrühstück dazu. Die Damen haben ihn gebeten, die Sache in die Hand zu nehmen: sie wollen den Autor des Romans und den Verleger auf $100,000 verklagen. Francis schlägt vor, daß doch 200,000 besser wären. Dann verabschiedet er sich und nimmt Carruthers gleich mit.

Im Wagen versucht er, Carruthers zu überreden, die Klage zu verzögern. Er begründet es damit, daß sich die Damen nur lächerlich machen würden. Hier bekommen wir auch einen kleinen Einblick in Warrens Charakter. Er habe – im Gegensatz zu Carruthers – nur ein Mal geheiratet und sei glücklich dabei – weil er seiner Frau nicht alles erzähle.

Francis begibt sich in sein Büro. Er arbeitet offiziell als Investmentberater, doch diese Arbeit besteht überwiegend darin, daß er von seinen Angestellten vorbereitete Unterlagen unterzeichnet, bevor er das Büro nach kaum zehn Minuten wieder verläßt, um sich für ein paar Stunden in eine zweites Haus zu begeben. Warum, das wird dem Zuschauer bald klar. Francis Warren führt ein Doppelleben. Er ist der Autor F.X. Pettijohn. Während er einem herrlich altmodischen Diktiergerät seine Geschichten diktiert, ist es die Aufgabe seines Sekretärs, diese dann zu abzutippen.

Am Nachmittag hat Francis einen Termin mit einem Mann namens Leopold Fissue (Noel Madison). Dieser bittet ihn, in ein Geschäft einzuwilligen, bei dem es darum geht, Diamanten im Wert von 3-400,000$ in Geld umzusetzen. Fissue gibt Warren bis 6 Uhr abends Zeit sich zu entscheiden, und erwartet ihn dann bei sich zu Hause.

Warren und sein Sekretär fahren also zu Fissues Apartment, wo sie von einem orientalischen Diener namens Ahmed (Turhan Bey) freundlich und zuvorkommend empfangen werden. Warren ruft zu Hause an, daß er nicht zum Essen kommen kann wegen geschäftlicher Verpflichtungen, und erfährt dabei von seiner Frau, daß eine für ihn interessante Radiosendung kommt. Inspektor Mason (Alan Hale) bespricht dort das Buch „Mr X auf Abwegen“, auf Bitte der Damen vom Donnerstagclub. Warren und Wilfred hören sich die Besprechung an, die vernichtend für das Buch und den Autoren ausfällt. Warren begreift nun, daß er ein großes Problem hat: Mason weiß, daß er Pettijohn ist, und befürchtet, daß er es den Damen verraten könnte.

Bei Mason auf dem Polizeirevier wird er aber beruhigt – der Inspektor hat den Damen nicht verraten, daß er von Warrens Doppelleben weiß. Mason schlägt Francis vor, doch einmal bei echten Ermittlungen dabei zu sein – dann würde er sehen, daß er mit seiner Theorie nicht weit kommt. Kurz darauf wird Mason zu einem Fall gerufen – eine Yacht trieb ohne Licht am Hafen, und an Bord wurde eine Leiche entdeckt. Wahrscheinlich Tod aufgrund von Alkohol und Tabletten. Mason und sein Assistent Hopkins (William Frawley) begeben sich dort hin. Und auch Francis ist neugierig und taucht kurz danach dort auf.

Während die beiden Polizisten von einem natürlichen Tod ausgehen, behauptet Francis sofort, nachdem er den Namen des Toten erfahren hat, daß es Mord gewesen ist. Der Tote ist Leopold Fissue, der Juwelenimporteur, mit dem sich Francis treffen wollte. Die Herren von der Polizei sind natürlich sehr überrascht und bieten Francis an, mit ihnen zur Durchsuchung der Wohnung zu kommen.

In der Wohnung finden sie in Fissues Jackettaschen jede Menge abgerissener Theaterkarten – alle aus demselben Theater und von demselben Sitz. Auch der orientalische Diener taucht wieder auf, tut aber den Polizisten gegenüber so, als ob er kein Englisch verstehe. Mason erhält einen Anruf vom Polizeiarzt – der Tote sei eindeutig an Herzversagen gestorben.

Daraufhin ist für die Polizei der Fall erledigt. Francis bleibt jedoch noch und will mit dem Diener sprechen. Während der etwas zu trinken holt, beginnt Francis, die Wohnung zu durchsuchen. Als der Diener dies bemerkt, macht er sich aus dem Staub – und er ward nicht mehr gesehen. Für mich ist die Handlungslinie mit dem Diener die einzige Schwachstelle des Filmes. Es wird der Eindruck erweckt, als ob der Diener einiges weiß und eine wichtige Rolle spielt – doch dann verschwindet et, ohne daß später eine Aufklärung seiner Rolle erfolgt.

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Blondie schreitet zur Tat

 

Francis und sein Fahrer gehen daraufhin ins Theater um herauszufinden, weshalb Fissue dort immer denselben Platz hatte. Sie erleben den Auftritt von Blondie White (Lee Patrick), einer Sängerin, die mit ihrem geübten Auge Francis im Publikum erblickt. Um sie kennenzulernen, schickt er ihr Blumen unter dem Pseudonym Lucky Tex Gilbert und bittet sie zum Abendessen. Dabei stellt er sich als reichen Amerikaner dar, der herrlich skurril wirkt. Es gelingt ihm, Blondie zu ködern – sie ist hin und weg von ihrem Verehrer. Unglücklicherweise werden sie von einer Freundin von Rita gesehen, die natürlich sofort bei Rita anruft und erzählt, daß ihr Göttergatte mit einer fremden Frau aus ist…

Als Francis nach Hause kommt, ist er überrascht, seine Frau nicht wie sonst immer schlafend im Bett anzutreffen. Natürlich hat sie mit ihrer Mutter auf Francis’ Rückkehr gewartet und beide wollen nun herausfinden, ob der Anruf von June Brewster der Wahrheit entsprach. Francis redet sich damit heraus, daß in der Firma beraten werden mußte, was mit Carruthers gemacht werden soll – der angeblich ein Doppelleben führte. Natürlich glauben ihm die Damen nicht, und die Mutter engagiert daraufhin einen Privatdetektiv.

Francis will inzwischen Mason von seiner Mordtheorie überzeugen, doch dieser beharrt darauf, daß es kein Mord war. Während Francis weiter in seinem Zweithaus an seinem Roman arbeitet und von dem Detektiv beschattet wird, erhält er einen Anruf von Mason: dieser hat sich mit Blondie White getroffen, welche ein Alibi hat: sie war beim Zahnarzt während der Tatzeit.

Francis geht daraufhin zu eben diesem Zahnarzt, Dr. Davis (Ralph Bellamy), und versucht, Näheres in Erfahrung zu bringen, jedoch ohne Erfolg. Davis will am Ende wissen, wer ihn denn Mr Warren empfohlen hat. Francis bringt Blondie White ins Spiel und Mr Davis bestätigt noch einmal, daß Miss White zur Tatzeit bei ihm war.

Inzwischen berichtet der Detektiv den beiden Damen von seinen Beobachtungen. Mutter und Ehefrau wollen sich daraufhin Blondie White einmal ansehen und gehen ins Theater. Während anschließend Rita die Bewegungen und Verführungskünste von Blondie vor dem Spiegel übt, erfährt sie, daß Francis wieder einmal nicht zum Abendessen kommen wird.

Er ist bei Blondie. Diese erzählt ihm, daß sie von ihrem Exmann bedroht wird. Sie kommt auf die grandiose Idee, wegzuziehen und sich eine Beschäftigung zu suchen, „bis Gras über die Sache gewachsen ist“. Natürlich ist klar, daß sie auf Tex’ Geld aus ist. Er stimmt scheinbar zu und bietet ihr jede Summe an, die sie braucht. Als er nach Hause fahren will, wird er im Hausflur niedergeschlagen und ohnmächtig. Nachdem er wieder aufgewacht ist, findet er einen Zettel mit einer Warnung, die Finger von Blondie zu lassen.

Als Francis nach Hause kommt, wacht seine Frau auf und ist natürlich nicht begeistert von seinem späten Eintreffen. Obwohl Francis behauptet, es sei erst Mitternacht, schlägt kurz darauf die Standuhr – nur drei Mal. Francis macht einen kläglichen Versuch, geht aber nicht als Standuhr durch.

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„Sag mir die Wahrheit!“

 

 

Am nächsten Morgen wird er beim Frühstück von seiner Frau und seiner Schwiegermutter erwartet. Die Stimmung ist miserabel. Francis versucht, alles locker zu überspielen, doch auch seine üblichen Komplimente zu Mamas Frisur oder Kleid helfen ihm nicht. Rita erklärt, sie wisse von Blondie White. Francis ersucht daraufhin, alles auf Carruthers zu schieben. Zufällig taucht dieser dann auch auf und nachdem das Gespräch anfangs scheinbar Francis’ Version bestätigt, erklärt Carruthers, es handele sich bei der „White-Affäre“ um die Pleite eines seiner Kunden… Francis ergreift daraufhin die Flucht.

Er muß nun dringend den Fall aufklären, damit seine Ehe nicht zugrunde geht. Er fährt zu Blondie, die ihn damit beauftragt, einen Koffer aus einem Schließfach zu holen. Anschließend wollen sie sich bei den Schließfächern am Autobusbahnhof treffen. Inzwischen erfährt Inspektor Mason, daß der tote Fissue einem Diamantenschmuggelring angehört hat. Damit ist klar, daß er wahrscheinlich nicht einfach an Herzversagen gestorben ist. Er trägt seinem Assistenten auf, Warren in die Wohnung von Blondie White zu holen.

Jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Blondie wird ermordet aufgefunden, und Francis wird vom Jäger zum Gejagten. Dieses Ende muß man sich selbst ansehen – und sich überraschen lassen, wer nun der Täter (oder die Täterin) war.

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„Wir müssen da rein!“

 

 

 

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Montana

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Montana ist wohl der kürzeste Flynn-Kinofilm mit knapp einer Stunde und 15 Minuten Laufzeit. Er erlebte am 28. Januar 1950 seine Uraufführung in den USA und bereits im März 1951 in Westdeutschland, sicher im Zuge der dortigen Flynn-Welle. Regie führte Ray Enright, die sehr eingängige Musik stammt von David Buttolph. Es gibt eine deutsche Version und der Film ist auf DVD erhältlich, wurde jedoch in den vergangenen Jahren nicht im Fernsehen gezeigt.

Flynn spielt in diesem Film fast wieder sich selbst – einen Australier, noch dazu einen, der ein spannendes Leben geführt und schon alles Mögliche gesehen hat. Ansonsten ist er nur noch in „Sabotageauftrag Berlin“ als Australier zu sehen. Er spielt ein letztes Mal mit Alexis Smith und die beiden brauchen wieder einmal trotz anfänglicher Sympathie den ganzen Film, um einander lieben zu lernen. S.Z. Sakall darf ein letztes Mal in einem Flynn-Film den komischen Kauz mimen, was er wieder wunderbar macht. Schade, daß seine Rolle nur so klein ist.

Insgesamt ein solider Western mit einfachem Plot – man sieht Flynn manchmal die Langeweile an. Die Szene, in der er mit Alexis Smith ein Duett singt, ist für mich die schönste im Film.

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mit Tochter Deirdre in einer Drehpause

 

Inhalt:

Morgan Lane (Flynn) treibt auf der Suche nach Weideland eine Schafherde nach Montana, obwohl die dort herrschenden Viehzüchter Schafe hassen – sie sind der Meinung, daß die Schafe das Land so weit ruinieren, daß kein Rind dort mehr Nahrung findet.

Morgan schlägt mit seinen Männern dennoch ein Lager auf. In der Nacht kommen bewaffnete Reiter, die bewußt Chaos stiften und einen jungen Wachtposten und viele Schafe erschießen. Morgan sagt zu seinen Männern, daß es nun kein Zurück mehr gäbe.

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Es gibt kein Zurück.

 

Am nächsten Morgen taucht ein sonderlicher Kauz namens Papa Schultz (S.Z. Sakall) im Lager auf – ein fahrender Händler. Als Morgan erfährt, daß dieser nach Fort Humboldt will, schließt er sich ihm als „Partner“ an und beide fahren in die Stadt.

Als Morgan dort gerade dabei ist, die Waren von Papa Schultz anzupreisen, kommt eine Gruppe von wilden Reitern in die Stadt. Es handelt sich um Maria Singleton (Smith) und Rod Ackroyd (Douglas Kennedy) und ihre Leute, denen ein großer Teil der Stadt und des Landes drumherum gehört. Morgan sieht, wie die Männer in den Saloon gehen, und folgt ihnen. Sie prahlen dem Sheriff gegenüber mit dem Mord an dem jungen Schafzüchter. Morgan stellt sich als Händler vor, doch seine Frage, was denn schlimm an Schafen sei, lassen bei Slim Reeves (Ian MacDonald) den Verdacht aufkeimen, daß der Fremde ein Schafzüchter ist. Nur durch seine überragende Schießkunst kann Morgan diesen Verdacht vorläufig von sich ablenken –denn, so Reeves: kein Schafzüchter könne so schießen.

Draußen beim Wagen von Papa Schultz macht Morgan die Bekanntschaft von Maria Singleton, die erfolglos auf der Suche nach einer Gitarre ist und sich Morgan gegenüber sehr kühl verhält.

Am nächsten Morgen trifft Morgan in seinem Hotelzimmer Tecumseh (Paul E. Burns) an, der ihm auf den Kopf zusagt, daß Morgan ein Schafzüchter ist. Er will ein wenig „Trinkgeld“, damit der den Mund hält. Morgan gibt es ihm und reitet danach zur Singleton-Ranch. Er bringt eine Gitarre mit, die er an Miss Singleton verkaufen will. Gemeinsam „testen“ sie quasi das Instrument und singen „Reckon I’m in Love“ (Die deutsche Version klingt grauslig und wurde auch nicht sehr gut übersetzt.). Erste Sympathien entwickeln sich.

Morgan wird zum Abendessen eingeladen und erfährt dabei, daß Montana von den beiden Familien Ackroyd und Singleton sowie einem Herrn namens Forsythe kontrolliert wird. Zudem sind Dan und Maria verlobt. Es kommt zu einigen spitzen Bemerkungen der Männer untereinander und schließlich zu einer Wette: wenn Morgan es schafft, auf einem unbezähmbaren Pferd eine Minute lang auszuhalten, verkaufen ihm die beiden ein Stück Land namens Bear Creek Range.

Morgan nimmt die Wette an, doch kurz bevor die Minute um ist, reißt der von Reeves zuvor manipulierte Sattelgurt. Morgan fällt dadurch vorzeitig vom Pferd, doch die besorgte Maria kümmert sich um ihn.

Als es Morgan wieder besser geht, reiten er und Maria aus. Nachdem er ihr erzählt hat, daß er davon träumt, ein ruhiges Leben in der Gegend zu beginnen und eine Familie zu gründen, bietet sie ihm das herrliche Stück Land, das er für den verlorenen Wetteinsatz gehalten hat, zur Pacht an. Es gehört ihr allein und sie gibt es ihm gern. Eigentlich wollte ihr Bruder dort sein Haus bauen, doch er kam im letzten Kampf gegen die Schafzüchter um. Maria denkt, daß sie einen weiteren tapferen Rinderzüchter wie Morgan für den nächsten Kampf gut wird brauchen können.

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Hi Jeannie!

Beide reiten in die Stadt, um den Pachtvertrag aufzusetzen. Doch nach dem erfolgreichen Geschäft taucht plötzlich Jeannie, Morgans Colliehündin, auf und sofort wissen alle, daß Morgan sie getäuscht hat. Maria ist vollkommen enttäuscht und wütend. Sie will, daß Morgan sofort verschwindet, doch er pocht auf den Vertrag und erklärt ihr, daß er seine Schafe auf das gepachtete Land führen wird. Maria kündigt ihm Krieg an und verläßt die Stadt.

 

Reeves droht Morgan ebenso, woraufhin sich Morgan zur Wehr setzt, jedoch von der Überzahl von Reeves’ Männern übel zusammengeschlagen wird. Er kehrt zu seinen Männern zurück.

Inzwischen ruiniert Maria zu Hause ihre Wohnung, indem sie aus lauter Wut Gegenstände umherwirft. Als Rod kommt, erklärt sie ihm, daß sie den Pachtvertrag auf alle Fälle zurückholen wird.

Tecumseh reitet zu den Schäfern hinaus und schließt sich ihnen an. Er will den kleinen Rinderzüchtern gegen die Großen helfen. Tecumseh organisiert ein Treffen mit den Männern und Morgan will sie überzeugen, daß sie ebenfalls Schafe mit Rindern auf derselben Fläche weiden lassen können. Sie stimmen zu, nachdem sie gehört haben, daß George Forsythe ebenfalls mit von der Partie ist.

Dabei hat Morgan ihn zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht überzeugt. Das tut er anschließend, und Forsythe stimmt nach einigem Zögern schließlich zu. Die neue Partnerschaft soll am Abend bei einer großen Feier verkündet werden.

Maria nimmt die Einladung dazu ungern an, Rod jedoch nicht. Er hat Wichtigeres in der Stadt zu erledigen – er besucht seine Geliebte. Er beauftragt Reeves jedoch, ein Auge auf die Versammlung zu haben.

Maria hat sich extrem herausgeputzt und gibt sich alle Mühe, den Vertrag von Morgan zurückzubekommen. Er zerreißt ihn vor ihren Augen und schließlich kommt es zu einem ausgedehnten Kuß. Beide scheinen sich einander wieder anzunähern, bis im Haus George Forsythe seine Entscheidung verkündet. Maria ist wütend und erklärt den Krieg. Als Forsythe Morgan gegenüber auf der Terrasse seine Entscheidung bekräftigt, wird er von Reeves aus dem Hinterhalt erschossen. Morgan verfolgt Reeves und dieser stirbt durch seine eigene Kugel in einem Zweikampf.

Am nächsten Tag sorgt Rod Ackroyd dafür, daß sämtliche Rinder zusammengetrieben werden. Es kommt zu einer Konfrontation mitten auf der Prärie, bei der die Schafzüchter letztendlich die Viehzüchter besiegen – Rod Ackroyd stirbt unter den Hufen seiner eigenen Rinder und den Schafzüchtern gelingt es, die wildgewordenen Tiere unter Kontrolle zu bringen.

Morgan will nun die Schafe direkt durch die Stadt führen, wo er auf Maria trifft. Sie schießt auf Morgan und trifft ihn, aber nicht tödlich. Sofort bereut sie ihre Tat und kümmert sich um den am Boden Liegenden. Der Film endet mit einem langen Kuß und den Schafen, die nun endlich auf die Rinderweidegründe ziehen können.

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Morgan Lane – I love you.

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Der Herr der Silberminen

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Dies ist der einzige von Errols Western, in denen er einen eher negativ wirkenden Charakter spielen darf – der zwar am Ende aus seinen Fehlern lernt, der aber dennoch nicht dem allgemeinen Rollenschema entspricht, in das er so lange Jahre gepreßt wurde. Um so mehr Spaß macht es, Errol dabei zu beobachten, auch wenn der Film von vielen Kritikern und Fans nicht besonders hoch angesehen wird.

Er kam im Mai 1948 in die US-amerikanischen Kinos, war aber nur mittelmäßig erfolgreich. Der Film liegt in einer guten deutschen Synchronfassung mit Sigmar Solbach vor und wird ab und zu im deutschen Fernsehen gezeigt. Thomas McNulty schreibt, daß Flynn die Rolle ernsthaft anging und sich freute, endlich einmal aus den Rollenclichés ausbrechen zu können. Er wird zitiert, daß er „eine Mischung aus einem Spitzbuben und einem Mistkerl“ spiele, „eine Art Selbstporträt“ (S. 212). Es sei der einzige Film, den er wirklich gern drehe, und bei dem er zur Abwechslung einmal nicht nur einfach „durchlaufe“ (ebd.) Matzen/Mazzone (S. 79-80) berichten jedoch über die Schwierigkeiten bei den Dreharbeiten. Zu der Zeit hatte Errol bereits erhebliche Alkohol- und Drogenprobleme. Jack Warner war sich dieses Problems bewußt und drohte sogar damit, seinen Star für Verzögerungen finanziell zur Verantwortung zu ziehen. Zunächst versuchte man, des Problems Herr zu werden, indem man die Szenen drehte, in denen Flynn nicht mit Ann Sheridan zu sehen ist. Ann hatte ebenfalls Alkoholprobleme. Zunächst schien alles gutzugehen, doch irgendwann mußten die Hauptdarsteller ihre gemeinsamen Szenen drehen – und dann begannen die Probleme. Der Film brach Studiorekorde in Bezug auf Zeitverschiebungen und Verspätungen. Regisseur Raoul Walsh kürzte das Skript radikal, entfernte lange Dialogszenen. Errols Verhalten schädigte die Freundschaft mit Raoul Walsh nachhaltig – die beiden würden nie mehr zusammen arbeiten.

 

Inhalt:

Der Film beginnt mit einer Bürgerkriegsszenerie. Flynn spielt Mike McComb, einen Unionsoffizier, der während einer Schlacht den Auftrag erhält, beim Soldwagen zu bleiben und diesen mit seinem Freund Pistol Porter (Tom D’Andrea) und anderen Soldaten gemeinsam zu bewachen. Doch als scheinbar Gefahr für die Wagen entsteht, mißachtet McComb den Befehl und versucht, in einer wilden Verfolgungsjagd den Soldwagen zu retten. Da es ihm nicht gelingen will, zündet er das Geld an, um es nicht dem Feind in die Hände fallen zu lassen. Keine so gute Idee, wie der befehlshabende Offizier findet. Er läßt McComb vor das Kriegsgericht stellen, wo ihm der Prozeß gemacht wird. Errol sieht in diesen Szenen ungewöhnlich, aber gut aus: er trägt die Haare leicht ins Gesicht gekämmt, mit einem Seitenscheitel.

Das ändert sich jedoch sofort, nachdem er unehrenhaft aus der Armee entlassen wurde: die bekannte Frisur, mit etwas längerem Haar, ist zurück, und er ist auch wieder sauber rasiert. Eine Aussage wird jetzt zu Mike McCombs treibenden Keil: er wird sich nicht mehr herumschubsen lassen – ab jetzt wird er selbst bestimmen, wen er herumschubst. Hier haben wir eine erste Gemeinsamkeit zu Errols Persönlichkeit – auch er sah sich als selbstbestimmten Mann, der sich nicht gern herumkommandieren ließ und sein Glück selbst in die Hand nahm.

Gesagt, getan. Als sein Freund Pistol in der Spielhölle des Ehrlichen Harry Geld verliert, sich beschwert und Schwierigkeiten mit dem Besitzer bekommt, will McComb ihm helfen. Er und Pistol werden jedoch postwendend hinausbefördert. Getreu seinem Beschluß, so etwas nicht auf sich sitzen zu lassen, greift McComb zu einem Trick: er zieht eine herrenlose Armeeuniform an, läßt Pistol die im Lager verstreuten Soldaten zusammenrufen und befiehlt ihnen, die Spielhölle auseinanderzunehmen. Die Ausrüstung beansprucht er für sich: ab sofort sind er und Pistol Partner im Glücksspielgeschäft.

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Wir treffen McComb wieder auf einem Flußdampfer, wo er mit einigen Herren erste Runden Poker spielt. Ein undurchsichtiges Subjekt namens Banjo Sweeney (Barton MacLane) versucht durch einen Trick, sich der Spielausrüstung zu bemächtigen. Erfolglos, McComb spielt auf Zeit und läßt sich nicht austricksen. Kurz darauf macht er Bekanntschaft mit Mrs Georgia Moore (Ann Sheridan), die Geld für verwundete Soldaten sammelt. Während sie von den Herren an McCombs Tisch Geld bekommt, lehnt letzterer eine Spende zunächst ab – bis er sich die Dame etwas genauer anschaut. Da sie recht hübsch ist, spendet er nicht nur sein eigenes Geld, sondern alles, was noch auf dem Spieltisch liegt.

Am Zwischenziel angekommen, stellt sich die Frage, wie Mike die gesamte Ausrüstung nach Silver City transportieren kann. Der einzige Fuhrunternehmer, Sam Slade, übernimmt nur die Fracht von Georgia Moore, die einige Maschinen für ihren Mann nach Silver City transportieren muß. Da ein Bestechungsversuch fehlschlägt, bleibt nur noch ein Ausweg: Mike überredet Sam zum Pokern, und da Mike ein gewiefter Spieler ist, muß ihm Sam am Ende seine Wagen zur Bezahlung der Spielschulden überschreiben.

Mike läßt Moores Maschinen wieder abladen und bricht mit seiner Spielausrüstung auf, nicht ohne vorher seinen Triumph bei Georgia ausgekostet zu haben. Er bietet ihr sogar an, sie mitzunehmen – natürlich ohne die Maschinen. Da sie dies wütend ablehnt, muß sie eine Woche auf die Postkutsche warten. Pistol meldet zwar moralische Bedenken an, es wäre nicht in Ordnung, Mrs Moore die Wagen wegzunehmen, da sie diese brauche. Doch Mike äußert einen Satz, der Einblick in seinen Charakter gewährt: von jetzt an kümmern ihn nur noch die Belange eines gewissen Michael J. McComb.

Die Reise beginnt also, und die Postkutsche holt die langsamere Wagenkolonne von Mike irgendwann ein. Auch Banjo Sweeney sitzt in der Postkutsche. Kurze Zeit nachdem der Wagentreck überholt wurde, hat die Kutsche eine Reifenpanne. Mike bietet Georgia an, sie mitzunehmen. Unwillig stimmt sie zu. Banjo Sweeney muß bei dem verunglückten Wagen bleiben und warten, bis ein Ersatzrad geliefert wird. Er schwört Rache.

So reist Georgia also mit Mike und dessen Treck. Bei der ersten Übernachtung in freier Wildnis liefern sich die beiden ein paar herrliche Wortduelle. Georgia lehnt es zunächst ab, in Mikes Wagen zu nächtigen, und macht sich lieber draußen ein Lager. Mike warnt sie vor Indianern, doch sie, erfahrene Westfrau, verspottet ihn als Greenhorn, da es weit und breit keine Indianer gibt. Mike nächtigt unter dem Wagen und überläßt Pistol den bequemeren Ort. Dieser geht jedoch noch nach den Pferden sehen. Es beginnt zu regnen und Georgia flüchtet in den Wagen. Als Pistol zurückkehrt, erwartet ihn ein Schlag auf den Kopf, da Georgia nicht wissen konnte, wer sich zu ihr gesellen wollte. Pistol muß bei Mike unter dem Wagen nächtigen. Am nächsten Morgen ist Georgia verschwunden – sie ist mit Mikes Pferd nach Silver City durchgebrannt.

In Silver City angekommen, wird Mike mit einer freundlichen Warnung empfangen, sich ja nicht dort niederzulassen. Doch er macht sich nichts daraus und eröffnet seinen Spielsalon. Bald darauf kommt Banjo Sweeney, um Mike zu einer Partnerschaft zu zwingen. Er gibt zu, daß er selbst mit der von Mike beinahe beschlagnahmten Ausrüstung einen Spielsalon aufgemacht hätte. Doch Mike hat sich abgesichert, indem er zu seinem Schutz einige bewaffnete Männer im Saloon plaziert hat. Nachdem er Sweeney darauf aufmerksam gemacht hat, schlägt er ihn brutal zusammen. Eine ziemlich ungewöhnliche Szene für Flynn – ich kann mich an keinen anderen Film erinnern, in dem er einen wehrlosen Mann so behandeln würde.

Nach diesem Vorfall läßt er sich ein Glas Milch (!) an der Bar geben und macht Bekanntschaft mit John Plato Beck (Thomas Mitchell), einem ziemlich abgehalfterten Anwalt. Die beiden kommen ins Gespräch und sind einander auf Anhieb sympathisch, werden aber von Pistol gestört, der den Ehemann von Georgia Moore, Stanley (Bruce Bennett), ankündigt. Moore ist in Bedrängnis und bittet Mike darum, ihm die Wagen zu leihen, damit er seine Maschinen endlich abholen kann. Doch Mike macht nur richtige Geschäfte. Moore bietet ihm daraufhin Anteile an der Silver River Mine. Mike akzeptiert, heuert Beck als Anwalt an und geht mit ihm und Moore in die Anwaltskanzlei, wo Beck einen Vertrag aufsetzen soll.

Nachdem Moore wieder gegangen ist, philosophieren Beck und McComb noch ein wenig. McComb läßt eine Bemerkung über Georgia fallen, die Beck zu der Aussage anregt: „Sie klingen wie ein einsamer Mann, Mr McComb.“ McComb sagt daraufhin, einsam sei nur, wer sich auf seine Freunde verlasse.

Stanley Moore kehrt nach Hause zurück und berichtet Georgia von seinem Geschäft. Diese ist alles andere als begeistert, doch Stanley versucht, sie zu beruhigen.

Als nächstes sehen wir Mike, Pistol und Plato im Büro der Spielbank. Es gibt ein Problem mit den Schuldscheinen, welche die Bergleute statt Bargeld einsetzen. Wenn es eine Bank vor Ort gäbe, so Plato, wäre das besser. Mike beschließt daraufhin, in seiner Rolle als Anteilseigner zur Silver River Mine zu fahren. Im Vorposten trifft er auf Georgia, die ihm nach wie vor ablehnend begegnet. Er fährt jedoch mit ihr hinaus zu Stanley.

Mike erfährt, daß es Probleme gibt, weil Stanley so gut wie pleite ist. Er hat keinen Kredit, um die geplante Schmelzhütte zu bauen, und überlegt zu verkaufen. Gegen ein Drittel der Anteile bietet Mike einen Kredit an. Stanley muß notgedrungen annehmen. Die Schmelzhütte wird gebaut und das Geschäft floriert.

Derweilen wiegelt Sweeney die Bergleute wegen der Schuldscheine gegen Mike und die Minenbesitzer auf. Mike hat eine Versammlung der Minenbesitzer in seinem Salon arrangiert. Er schlägt schließlich vor, eine Bank zu gründen, womit alle Probleme gelöst wären – er hat genügend Bargeld und kann die Lohnzahlungen garantieren, verlangt aber auf Vorschlag von Plato eine Gebühr. Damit scheinen die Probleme vorerst gelöst, Sweeney hat wieder einmal verloren.

Die Bankgründung verläuft erfolgreich, doch Plato warnt vor dem Zusammenbruch des Systems. Mike winkt ab – er will expandieren und weitere Spielsalons und Banken eröffnen.

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Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs besucht Präsident Ulysses S. Grant Silver City. Die Moores haben einen Empfang organisiert, doch Grant kommt zu spät, weil ihn Mike in seinem Spielsalon zu lange aufgehalten hat. Mike stellt dem Präsidenten die Anwesenden vor und zieht Georgia wieder ein wenig auf, als er so tut, als hätte er ihren Namen vergessen. Georgia platzt beinahe vor Wut und kümmert sich weiter um den Präsidenten. Mike erklärt schließlich den anwesenden Minenbesitzern, was er mit dem Präsidenten abgemacht hat: es soll mehr Silber gefördert werden. Die Produktion muß steigen – zum Wohle der Nation. Die Minenbesitzer stimmen zu.

Mike kehrt zurück in den Salon und ergaunert sich einen Tanz von Georgia, die nicht mit ihm tanzen will. Plato beobachtet die beiden und macht sich so seine Gedanken. Mike erklärt Georgia ganz offen, daß er sie will. Als Mike einen Toast auf „das, was wir beide wirklich wollen“ ausbringt, schüttet sie ihm ihr Glas Bowle ins Gesicht.

Die nächste Szene zeigt Mike und Plato in der freien Natur. Mike beschließt, ein riesiges Stück Land zu erwerben und beauftragt Beck damit. Plötzlich taucht der schwer verletzte Sam Slade auf. Er wurde beim Black Rock von Schoschonen überfallen. Nachdem er davon berichtet hat, stirbt er, und Mike und Plato nehmen ihn mit zurück. Kurz darauf taucht Stanley in Mikes Büro auf und berichtet von seinen Plänen, am Black Rock neue Minen zu erschließen. Mike erwähnt nichts von den Schoschonen, sagt nur allgemein, daß dies Indianerland und gefährlich sei. Beck traut sich nichts zu sagen und betrinkt sich daraufhin an der Bar. Er erzählt Mike die Geschichte von König David, der die Frau seines Hauptmannes begehrte und diesen daraufhin in den Krieg schickte. Nach dem Tod des Hauptmannes heiratete David die begehrte Frau. Mike und Plato streiten, weil Mike das Unrecht seines Handelns nicht einsieht. Schließlich sinkt Beck betrunken in sich zusammen und Mike bettet ihn – fast liebevoll – auf einen Tisch und deckt ihn mit der Tischdecke zu.

Am nächsten Morgen scheint er aber doch von Reue ergriffen zu werden und reitet hinaus zur Silver River Mine, um Stanley von seinem Ritt abzuhalten. Er kommt zu spät und trifft nur auf Georgia. Also nimmt er sich ein paar Männer und reitet zum Black Rock – nur, um Moores Leiche zu finden und sie nach Hause zu holen. Als er sie an Georgia übergibt, nennt er sie zum ersten Mal beim Vornamen. Auch bei der Beerdigung ist er an ihrer Seite.

Mike ist nun kurz vor der Erfüllung all seiner Ziele. Man sieht ihn beim Durchreiten seines Besitzes und auf einer Baustelle, an der er ein – natürlich nicht in die Landschaft passendes – gotisches Schloß aus weißem Marmor errichten lassen will.

Kurz darauf holt er Georgia von der Postkutsche ab. Sie war einige Zeit in San Francisco und kehrt nun zurück. Bei einem Spaziergang gesteht er ihr seine Liebe, und auch sie gibt zu, etwas für ihn zu empfinden. Allerdings ist sie etwas skeptisch: in der einen Minute streiten sie, in der nächsten lieben sie sich. (Ein Schelm, wer dabei nicht an Errol und seine erste Frau Lili Damita denkt…) Doch Mike gibt sie, nun da er sie einmal hat, nicht wieder her, und küßt sie inniglich.

Kurz darauf verteilt Pistol Einladungskarten an alle wichtigen Honoratioren von Silver City – zur Haus- bzw. Schloßeinweihung des Ehepaare McComb. Alles in dem Schloß, so Pistol bei der Besichtigung, ist aus Europa importiert. Die Gäste kommen zahlreich, denn sie wollen sich diese Sensation trotz allem nicht entgehen lassen. Auch Plato, der, von seinem schlechten Gewissen geplagt, wieder dem Alkohol verfallen und etwas heruntergekommen ist, nimmt die Einladung an und besucht die Feier. Beim Dinner hält er eine Ansprache, die erst ein Lob auf Mike zu sein scheint, sich dann aber in negativen Andeutungen und direkter Kritik verliert. Mike läßt Plato hinauswerfen, der am Ende noch von König David spricht. Verstört durch diesen Auftritt verlassen die anderen Gäste das Haus.

Kurz darauf beginnt der Abstieg des Mike McComb. Die anderen Minenbesitzer schließen sich zum sogenannten Westsyndikat zusammen, kaufen alles Silber auf und erklären Mike den Krieg. Sie wollen auch Plato für sich gewinnen, doch der hat inzwischen andere Pläne: er löst sich vom Alkohol und will Senator werden.

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Mike nimmt den Kampf gegen das Westsyndikat auf. Doch bald muß er feststellen, daß es aussichtslos ist. Alle Silberminen werden geschlossen, was den Zorn der Bevölkerung, geschickt von Banjo Sweeney geschürt, auf Mike lenkt. Kurz vor seinem finanziellen Ruin gabelt Georgia Plato auf und nimmt ihn mit zu Mike. Plato will sich mit Mike versöhnen, doch der bleibt stur, wird sogar beleidigend und ausfallend. Daraufhin verläßt Georgia Mike. Sie hat begriffen, daß er am Tod ihres ersten Mannes Schuld hat.

Mike verliert schließlich alles. Er muß sogar sein Schloß verkaufen. Als er ein letztes Mal in die Silver River Mine reitet, ist dort auch Plato, der eine Wahlkampfrede hält. Dabei wird er von Sweeney angeschossen. Mike trägt den sterbenden Plato fort aus der Menschenmasse. Kurz darauf stirbt er. Georgia teilt Mike mit, was Plato ihm noch sagen wollte: in jedem Zeitalter werden nur wenige Anführer geboren. Mike wäre eine solche Persönlichkeit.

Bewegt von diesen Worten, fordert Mike die Männer draußen auf, mit ihm zu kommen und die Mörder von Plato Beck zur Rechenschaft zu ziehen. Gemeinsam reiten sie in die Stadt und setzen Sweeney und dessen Kumpane fest. Sie sollen auf Mikes Wirken hin einen fairen Prozeß bekommen. Mike hält eine kurze Ansprache, in der er seine Fehler einräumt und Besserung gelobt. Daraufhin verzeiht Georgia ihm und reitet mit ihm davon.

Viele Kritiker halten den Film für zu lang und zu dialoglastig. Er enthält deutlich weniger Actionszenen als andere Western und es fehlen auch die typischen Westerningredienzien. Gut und Böse sind nicht eindeutig zu trennen. Doch gerade das macht für mich den Reiz dieses Filmes aus. Er könnte überall, in jedem Zeitalter spielen, selbst in der Moderne. Vor allem bietet Errol Flynn für mich eine überzeugende Leistung. In mehreren Großaufnahmen, in denen er einfach nur in die Kamera oder daran vorbei schaut, kann einem das Blut in den Adern gefrieren, so überzeugend gibt er seine Rolle, und so deutlich spürt man, was in ihm vorgeht. Prädikat: Unbedingt empfehlenswert!

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Auf der Berlinale

Errol Flynn ist der special guest der Berlinale des Jahres 1957. Er kommt am Flughafen Tempelhof am 20. Juni 1957, also seinem 48. Geburtstag, an. Eine sechsköpfige Kapelle spielt zu seinen Ehren, und er selbst dirigiert die Musiker für eine Weile, bevor er sich von einem der zahlreichen Fotografen eine Kamera leiht und damit ein wenig herumalbert.

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mit Wolfgang Lukschy und Patrice Wymore (linkes Foto)

 

Ungefähr fünfhundert Fans sind am Flughafen, um ihn zu begrüßen und mit seiner Frau Patrice Wymore zum Hotel Kempinski zu begleiten.

So weit, so gut, möchte man meinen. Doch als er die für ihn reservierten Zimmer 310 und 311 sieht, schlägt seine Stimmung abrupt um. Nicht einmal in seiner Schulzeit habe er in einer solch kleinen Kammer genächtigt! Eine Unverschämtheit!

Er versucht, noch am gleichen Tag einen Rückflug nach Paris zu bekommen. Dr. Bauer, der Berlinale-Manager, versucht ihn zu beruhigen – er werde kaum noch einen Flug nach Paris bekommen. Nun, entgegnet Errol, dann wird er eben ein Flugzeug mieten. Oder im Notfall eines aus Paris anfordern. Und wenn das nicht möglich ist, wird er sich ein Auto besorgen und durch die „Zone“ fahren.

Dr. Bauer kommt gehörig ins Schwitzen und versucht, andere Zimmer zu bekommen – ohne Erfolg, denn natürlich ist das Hotel ausgebucht. Außerdem, so der Rezeptionist, sind die Dauergäste wichtiger als ein Star aus Hollywood mit Allüren.

Dr. Bauer versucht, das Hotel Gehrhus zu erreichen. Herr Gehrhus entscheidet sofort. Er zieht aus seiner eigenen Wohnung aus und offeriert diese einem Industriellen, der dafür seinerseits die Großen Appartements (mit drei großen Zimmern, zwei Balkonen, einem Bad mit Telefon) für Errol Flynn räumt. Nun kann Errol endlich ein angemessenes Quartier beziehen.

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mit Romy Schneider

 

Am nächsten Tag ist aller Ärger vergessen. Ihm gefällt es jetzt sehr gut in Berlin, und er will sogar seinen Sekretär bewegen, ihn fünf statt der vorgesehenen drei Tage bleiben zu lassen. Fotos zeigen ihn mit seiner Frau Patrice, wie er auf der Waldbühne Rock’n’Roll tanzt, zum Spaß aus einem Sektkübel trinkt, oder mit Wolfgang Lukschy, einem der Schauspieler, der ihm für die synchronisierten Fassungen seiner Films die Stimme lieh, über den Ku’damm bummelt.

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Tanz auf der Waldbühne mit Patrice Wymore

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Liebe zu Viert

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Der Film kam im September 1938 in die US-amerikanischen Kinos. Es existiert eine deutsche Fassung, die 1977 Fernsehpremiere hatte und ab und zu auch im Fernsehen gezeigt wird. Regie führte erneut Michael Curtiz, obwohl ursprünglich William Dieterle angedacht war.

Komödien sind eigentlich nicht typisch für Warner Bros. und die Kritiken für „Liebe zu Viert“ waren entsprechend nicht überwältigend. Doch der Film war eine willkommene Gelegenheit, kurz nach dem Erfolg von „Robin Hood“ das Dreamteam Flynn-deHavilland erneut ins Rennen zu schicken. Jedoch war es laut Matzen (E&O S. 76 ff) der kommerziell am wenigsten erfolgreiche Film der beiden, und auch eine Produktion, die von Schwierigkeiten geprägt war.

Der Film basiert auf einer Geschichte namens „All Rights Reserved“ von Wallace Sullivan und ist dem Film „Lustige Sünder“ von der Storyline her sehr ähnlich.

Flynn hatte Jack L. Warner immer wieder bedrängt, von diesen Kostümschinken wegzukommen und moderne Filme machen zu dürfen, am liebsten Komödien, und hier erhielt er nun die Gelegenheit. Deswegen verkürzte er auch freiwillig den ihm zugesagten Urlaub, den er sich nach den anstrengenden Dreharbeiten zu „Robin Hood“ redlich verdient hatte…

Flynn spielt hier eine Rolle, die seinem bisherigen Image ziemlich entgegenläuft. Er ist nicht der große Held, auch wenn an der Stelle, als er mit dem Doktor die Pläne für die Klinik berät, seine guten Absichten und sein gutes Herz durchscheinen. Doch im großen und ganzen ist er ein skrupelloser PR-Manager, der alles tut, um sein Ziel zu erreichen, und das nicht nur geschäftlich, sondern auch in Liebesdingen. Er braucht einen ganzen Film, um sich zwischen Olivia deHavilland und Rosalind Russell zu entscheiden, und selbst nach der Hochzeit mit Russell sitzt dann doch deHavilland auf seinem Schoß. Doch er hat auch viele Textzeilen, die auf sein Off-Screen Image abzielen: „Es gibt Dinge, über die ich nichts weiß, aber ich habe Kenntnisse über Frauen, die wenige Männer besitzen.“ Pat Buckley faßt Lansfords Charakter später so zusammen: „Ich habe vielleicht nicht Lansfords faszinierende Art oder seine diabolischen körperlichen Eigenschaften, aber ich bin auch kein Wolf.“

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Inhalt:

Reporterin Jean Christie (Rosalind Russell) ist entsetzt, als sie erfährt, daß die Zeitung, bei der sie arbeitet, geschlossen werden soll. Der Verantwortliche dafür, Pat Buckley (Patric Knowles), sieht jedoch keine andere Möglichkeit. Jean schlägt ihm vor, doch Bob Lansford (Flynn) zur Rettung anzuheuern – den Buckley vor einiger Zeit gefeuert hat. Doch Pat lehnt ab.

Also geht Jean selbst zu Lansford. Der wird in den Film eingeführt, während er seinen Sekretärinnen einen Brief diktiert und gleichzeitig von seinem Friseur die Haare geschnitten bekommt. Bob erklärt dem Friseur seinen Beruf so: die meisten seiner Kunden haben viel Geld, aber einen miserablen Ruf. Er sorgt dafür, daß ihr Geld in wohltätige Projekte fließt, und sie dafür einen besseren Ruf bekommen.

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Da betritt Jean das Büro. Sie versucht, Bob zur Hilfe für die Zeitung zu gewinnen, doch der hat kein Interesse. Erst, als Jean erwähnt, daß sich Pat mit Lorri Dillingwell trifft, erwacht plötzlich sein Interesse: denn Bob versucht verzweifelt, deren Großvater (Walter Connolly) als Kunden zu gewinnen, was bisher immer mißlungen ist.

So geht Bob also mit Jean in den Jamaica Club. Dort treffen sie auf Lorri und Pat, und schon nach kurzer Zeit hat Bob Lorri so mit seinem Charme verzaubert, daß sich beide aus dem Staub machen. Sie fahren zu Großvater Dillingwells Landsitz. Doch Dillingwell hetzt, wie angekündigt, die Hunde auf Lansford, sobald er dessen Namen hört.

Nun sieht Bob nur noch eine Chance: er kehrt zu Pats Zeitung zurück und benutzt diese dazu, einen Feldzug gegen Dillingwell und dessen Spekulationspolitik an der Börse zu betreiben: er macht ihn zum meistgehaßten Mann in Amerika.

Als Lorri davon erfährt, ist sie natürlich wütend. Pat feuert Bob, und der begibt sich schnurstracks auf Grandpas Landsitz. Dort „rettet“ er zwei Spielzeugeisenbahnen vor dem Zusammenstoß und Grandpa jagt ihn deswegen nicht sofort wieder vom Hof. Er stimmt sogar einem Eisenbahn-Wettrennen am nächsten Morgen zu.

Während Bob die neue Lok, die ihm den Sieg bringen soll, zusammenbaut, liest er, daß jegliche Art fettiger Substanz die Geschwindigkeit eines Zuges beeinträchtigt. Er begibt sich in die Küche auf der Suche nach Butter, wird dabei jedoch von den Wachmännern bemerkt. I letzten Moment flieht er in Lorris Zimmer. Doch dort gibt es neue Verwicklungen, und Lorri kann nur mit Mühe alle überzeugen, daß trotz des durch die Jagd nach ihrem Hund verursachten Lärms alles in Ordnung ist.

Am nächsten Morgen gewinnt Bob durch Manipulation der Schienen mit Butter das Rennen. Doch erst als Dillingwell herausfindet, daß Bob ihn ausgetrickst hat, ist er bereit, seinem Plan zuzustimmen: er soll Geld für einen guten Zweck spenden, allerdings anonym. Erst eine Weile später soll wie zufällig durchsickern, daß Dillingwell der Spender war.

Inzwischen ist Jean angekommen, und Bob mahnt zur Verschwiegenheit ihr gegenüber. Mit Hilfe von Lorri will Bob Jean austricksen, doch Pat hat inzwischen Dillingwell telefonisch informiert, daß Bob diese gemeine Zeitungskampagne gegen ihn initiiert hat. Erneut muß Bob das Anwesen gejagt von Hunden verlassen.

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Doch Grandpa kommt am nächsten Tag zu ihm ins Büro und stimmt den Plänen zu. So wird beschlossen, daß eine Stiftung mit dem Namen „H. Louis Brown“ gegründet wird, durch welche eine Klinik für an Kinderlähmung erkrankte Menschen gebaut werden soll. Bob will dafür auch noch Pat ein Grundstück vor der Nase wegschnappen, um sich an ihm zu rächen.

Es folgt eine sehr witzige Szene, in der Bob gleichzeitig mit Jean und Lorri telefoniert und sich mit ihnen verabredet.

Am nächsten Tag ist Pat total sauer, weil ein Mann namens H. Louis Brown ihm das Grundstück für den Neubau für sein Zeitungsgebäude weggeschnappt hat. Er beauftragt Jean, diesen H. Louis Brown zu finden. Mit viel Mühe gelingt es ihr auch: es ist ein Schuhputzer aus Harlem. Allerdings findet sie auch heraus, daß Brown von Bob dafür bezahlt wurde, daß dieser den Namen verwenden konnte. Sie berichtet Pat telefonisch davon, und der beauftragt sie, den wahren Geldgeber herauszufinden. Jean durchwühlt vergeblich das gesamte Büro von Bob – die Unterlagen hat dieser mitgenommen. Durch einen Telefonanruf, den sie entgegennimmt, findet sie jedoch heraus, daß Bob eine Verabredung in der Goodwill-Klinik hat, und dort kommt es zum Showdown. Jean schleicht sich als Bobs Gattin ein und hofft, den wahren Namen von H. Louis Brown zu erfahren. Doch erst, als Mr Dillingwell und Lorri auftauchen, erkennt sie die Zusammenhänge. Bob bittet sie, die Geschichte für sich zu behalten, damit der Bau der Klinik nicht gefährdet wird. Erst weigert sie sich, doch Bob gelingt es, sie nachdenklich zu machen – schließlich will er das Geld für einen guten Zweck verwenden.

Jean kehrt in die Redaktion zurück, besteht aber darauf, mit Pat allein zu reden. Die Situation entwickelt sich so weiter, daß Jean verspricht, ihm die Story zu verraten, wenn Pat sie heiratet. Pat ruft also einen Friedensrichter an, damit der die beiden traut. Doch als Bob davon erfährt, holt er Lorri aus dem Schlaf und fährt mit ihr zu eben diesem Friedensrichter. Nach einigem Hin und Her heiraten letztendlich Bob und Jean und Pat und Lorri… und am Ende werden alle vier von Grandpas Hunden verfolgt!

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Without Incident

 

 

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Zu Beginn des Films wartet eine Gruppe von Soldaten und Zivilisten mitten in der Wildnis auf einen Indianerangriff. Darunter befinden sich auch zwei Schwestern, Kathy und Angela (Ann Sheridan und Julie London). Die Soldaten werden von Captain Russell Bidlack (Flynn) angeführt, der alle auffordert, ihren bisherigen Beschäftigungen in Ruhe weiter nachzugehen. So muß auch Kathy weiter „Greensleeves“ singen.

Der Schlüssel der Geschichte ist ein gefangener Apache, welcher die Ehemänner von Kathy und Angela ermordet hat. Die Frauen sagen, da er ihnen nichts getan hat, soll er einfach seinem Stamm zurückgegeben werden. Doch Bidlack weigert sich. Er will den Indianer vor Gericht stellen. Einige der Soldaten sind kurz davor, ihre Nerven zu verlieren, doch Bidlack bleibt ruhig.

Inzwischen nehmen zwei mutige Männer der Truppe den Häuptling des Apachenstammes gefangen und dadurch gelingt es, einen ersten Angriff des Stammes mit geringen Verlusten zu überstehen. Der Häuptling wird wieder freigelassen mit dem Versprechen, die Gruppe in Ruhe zu lassen – aber nur für den Moment, so sagt er. Die Gruppe würde nie das rettende Fort erreichen.

Dennoch brechen sie nach Abzug der Indianer auf. Bidlack will nicht den direkten Weg ziehen, sondern über Morgantown gehen. Ein Kundschafter bringt die Nachricht, daß die Einwohner von Morgantown sie nicht dort haben wollen, aber Bidlack läßt weiterreiten.

Da wird die Gruppe von einigen Einwohnern von Morgantown aufgehalten. Sie erklären, warum sie den Unterhäuptling nicht in der Stadt haben wollen: weil sonst der Frieden mit den Indianern nicht mehr gewährleistet wäre.

Bidlack reitet dennoch in die Stadt, argwöhnisch beäugt von allen Einwohnern. Er läßt den Gefangenen ins Gefängnis sperren und bringt die Frauen selbst in ein Hotel. Er bittet sie, dieses nicht zu verlassen, um seinen Männern Arbeit zu ersparen.

Doch Angela schleicht sich heimlich in den Saloon und erhitzt dort die Gemüter der Männer. Als ihre Schwester Captain Bidlack bittet, sie dort herauszuholen, werden die beiden auf dem Weg von den Stadtbewohnern aufgehalten. Nachdem Bidlack ihrer Anführerin seine Vorgehensweise erklärt hat, läßt sie ihn ziehen.

Dann klärt er die Situation im Saloon, die inzwischen eskaliert ist – einer der Männer konnte es nicht mehr ertragen, Angela mit den anderen flirten zu sehen und bedrohte seine Kameraden. Bidlack holt Angela dort raus – gegen ihren Willen und den der Männer. Einer der Soldaten macht Bidlack klar, wie sich alle fühlen: sie hassen ihn, weil sie das Gefühl haben, geopfert zu werden, nur damit er seine Pflicht erfüllt und einen einzigen Gefangenen ins Fort bringen kann.

Bidlack bringt die Frauen zurück in ihr Hotel. Dort erfährt der Leser auch endlich, was der Grund für Bidlacks Kälte ist: er durfte seine große Liebe aufgrund von Armeeregulationen nicht heiraten. So hat er sie verlassen, und sie erschoß sich aus Verzweiflung.

Die Truppe reitet weiter in Richtung Fort und gerät dabei in einen Hinterhalt der Indianer. Sie schlagen zwei Angriffe zurück und während die anderen aufgeben wollen, besteht Bidlack darauf, durchzuhalten – man müsse den gefangenen Indianer seiner gerechten Strafe zuführen, damit sich die Armee im Gebiet Respekt verschaffe. Doch einer der Männer hatte ihn kurz zuvor freigelassen – er wußte nicht, wie wichtig der Gefangene war. Als er ihm hinterherläuft, um ihn zurückzuholen, wird er von den Apachen erschossen.

Bidlack läßt die Truppe zum Fort zurückkehren. Dort informiert er seine Männer darüber, daß er aufgrund des Scheiterns der Mission seinen Austritt aus der Armee erklären und die volle Verantwortung übernehmen wird.

Cathy erklärt ihm anschließend, daß sie Angela nach St. Louis zurückbringen wird. Sie hatte sie damals gegen ihren Willen verheiratet. Sie gibt auch zu, daß sie gelogen hat: der Indianer hat ihre Männer ohne Grund erschossen, nicht, weil sie mit Waffen und Whiskey gehandelt hatten. Doch Bidlack meint, dies liege nun alles hinter ihnen. Als er sie fragt, ob sie zurückkommen werde, antwortet sie: ja, wenn sie könne.

Nachdem die Frauen aufgebrochen sind, kommen die Indianer zurück. Auch sie haben inzwischen erfahren, daß ihr Stammesmitglied unschuldige Männer ermordet hat. Das können sie nicht dulden und übergeben ihn deshalb in die Gewalt der Gesetze der Weißen, die er gebrochen hat.

Bidlack läßt den Bericht über die Mission ändern: sie sei erledigt worden ohne Zwischenfall (Without Incident).

 

 

 

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