Neuguinea

Errol begab sich also in diesen von Australien nicht allzu weit entfernten Teil der Erde. Er kam am 1. Oktober 1927 an und sollte 25 Monate dort bleiben.

Zunächst bekam er einen Job als Patrouillenoffizierskadett, den er aber nicht lange behielt, weil Nachrichten von seinem früheren Arbeitgeber Dalgety eintrafen. Er wurde wieder entlassen. In seiner Autobiographie (MWWW) berichtet er von einer Strafexpedition gegen Eingeborene, an der er teilnahm – das ist jedoch unmöglich und er war wahrscheinlich inspiriert von früheren Ereignissen.

Sein nächster Job: Direktionsassistent der Kenabot-Plantage südwestlich von Kokopo. Danach bekam er weitere kleine Jobs, u.a. als Leiter der Lemus-Plantage in Kavieng (New Ireland). 1928 wurde er krank (eventuell Malaria) und ging zurück nach Rabaul, wo er wieder in verschiedenen kleineren Jobs, u.a. auf Plantagen, arbeitete.

Die Goldfunde in Neuguinea hatten ihre Faszination noch lange nicht eingebüßt. Von 1921 bis 1931 wurden über 400000 Unzen Gold von dort exportiert.

Schon damals hatte Errol einen Schäferhund als treuen Begleiter. Die Leute erinnern sich unterschiedlich an ihn. Zitat eines Zeitgenossen (S. 38): „Er war […] was man heute einen Hippie nennt.“

Eric Feldt, eine Art Bezirksoffizier in Salamaua, schrieb im Frühjahr 1961 einen Artikel in der australischen Zeitschrift „Quadrant“ über Flynn als Reaktion auf dessen Darstellungen in MWWW. Die dortigen Geschichten bezeichnete er als Lügen. Zum Beispiel erzählt Flynn sehr blumig, wie er seinen Job als Luftfahrtmanager in Wau zu Fuß antreten mußte – in Wahrheit wurde er eingeflogen. Doch auch dort hielt es ihn nicht lange – das Sortieren und Ausliefern von Fracht für die Goldsucher war ihm sicher zu langweilig. Feldt sagt auch, daß Flynn niemals ein Prozeß wegen Mordes gemacht wurde, wie er ihn in MWWW beschreibt.

Sein nächster Job: Anwerber für Arbeitskräfte für die Edie Creek Goldfelder auf einem Schoner, der dem Eigentümer der Siassi Islands Plantations gehörte. Seine Hauptaufgabe war es, Arbeitskräfte zu rekrutieren, aber das Boot transportierte auch z.T. Waren und Passagiere. Diesen Job hatte Errol vergleichsweise lange inne und seine Erlebnisse während dieser Zeit bilden wahrscheinlich einen Großteil der Basis für MWWW und seinen Roman Showdown, wo er das Leben auf der Maski beschreibt. Diese wird allerdings in keiner Schiffliste der Zeit aufgeführt, während die Matupi, die Flynn auch erwähnt, existierte, aber der Name des Kapitäns ein anderer war als der von Flynn erwähnte.

Die Geschichte, die am meisten Anlaß zu Spekulationen und Nachforschungen bzw. Verwirrung gibt, ist seine Reise auf dem Fluß Sepik mit einer amerikanischen Filmcrew. Flynn war angeblich von Hermann Erben angeheuert worden für eine Doku über Kopfgeldjäger. Erben wurde zu Joel Swartz in Showdown und MWWW, und er soll es auch gewesen sein, der Flynn zu seiner ersten Filmrolle verhalf. Das ist wieder eher unwahrscheinlich, aber die Geschichte mit dem Dokumentarfilm wird von mehreren Leuten bestätigt.

Im Oktober 1929 war Flynn wieder in Rabaul, er war krank und hatte genug vom Rekrutieren. Am 22. Oktober reiste er an Bord der Montoro zurück nach Sydney, wo er am 30. eintraf. Doch das sollte nicht der letzte Besuch in Neuguinea gewesen sein.

Quelle: Moore S. 25 ff., s. genauen Titel im Teil “Kindheit und Jugend”

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