Rocky Mountain

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Rocky Mountain ist Errol Flynns letzter Western. Der deutsche Titel „Herr der rauhen Berge“ ist wieder einmal leicht irreführend, schließt sich aber der Reihe der Filmtitel an, in denen Flynn immer „Herr“ von irgend etwas ist. Doch leider ist er hier nicht einmal Herr der Lage, denn am Ende stirbt er – etwas, das mich am meisten an diesem Film stört, denn zu Beginn erzählt Flynn noch aus dem Off, was er und seine Männer denn dort in Kalifornien suchten. Da erwartet doch jeder Zuschauer, daß der Erzähler am Ende des Films noch am Leben ist…

Der Film feierte am 11. November 1950 Premiere in den US-amerikanischen Kinos und konnte bereits am 21. September 1951 in Deutschland auf der Leinwand bewundert werden. Regie führte wieder Flynns alter Freund William Keighley, der schon bei „Der Prinz und der Bettelknabe“ und „Robin Hood“ mit ihm gearbeitet hatte. Die eingängige Musik stammt erneut von Max Steiner. Der Film wird selten bis nie im deutschen Fernsehen gezeigt, es gibt aber eine DVD mit einem sehr guten Audio-Kommentar von Thomas McNulty.

Flynn spielt in diesem Film auch zum letzten Mal mit Guinn „Big Boy“ Williams, der ihn ja in vielen seiner Western als lustiger Sidekick zusammen mit Alan Hale begleitet hatte. Alan Hale war zu diesem Zeitpunkt schon tot, und da der Film einen ernsten Grundtenor hat, gibt es keinen Platz für Humor. Williams ist einer von vielen Charakteren, vielleicht der, an den man sich neben Flynn am ehesten erinnert. Alle anderen bleiben ein wenig blaß. Dick Jones, der „Jimmy“ mit dem kleinen Hund „Spot“, ist dem Zuschauer aus „Santa Fe Trail“ als kleiner Junge bekannt. Sheb Wooley, der Kay Rawlins spielt, erinnert sich an seinen ersten Film recht gut. Flynn bot ihm Hilfe an, doch Wooley erzählt, daß die beiden nie ausreichend nüchtern dazu waren. Flynn fand in Wooley einen guten Trinkkumpan (s. McNulty S. 236).

Der Film wurde in Gallup, New Mexico, gedreht. Zu Beginn war Flynn noch mit Prinzessin Irene Ghika verbandelt, doch im Verlauf der Dreharbeiten verliebte er sich in seine Partnerin Patrice Wymore. Sie war damals erst 23, also 17 Jahre jünger als Flynn.

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mit Pat Wymore in einer Drehpause

 

Inhalt:

Der Film spielt gegen Ende des amerikanischen Bürgerkrieges. Lafe Barstow (Flynn) und seine acht Männer, allesamt Soldaten der später unterlegenen Konföderierten, sind 2000 Meilen nach Kalifornien geritten, um einen gewissen Cole Smith (Howard Petrie) zu treffen, der ihnen helfen soll, Männer für den Kampf gegen die Nordstaaten zu beschaffen. Männer und Mittel, damit der Süden den Bürgerkrieg doch noch gewinnen kann. Doch als sie am vereinbarten Treffpunkt ankommen, treffen sie nur auf einen Mann namens California Beal, der angeblich von Smith gesandt wurde. Doch er hat keine Soldaten bei sich, auch wenn er behauptet, daß Cole Smith innerhalb von kurzer Zeit genug liefern kann.

Von ihrem Beobachtungsstandpunkt hoch auf dem Berg können die Männer eine Postkutsche sehen, die von Indianern verfolgt wird. Den acht Männern gelingt es, die Indianer von der Postkutsche zu vertreiben, auch wenn diese dabei umkippt. Sie nehmen den Fahrer mit sich und entdecken, daß auch noch eine Frau in der Kutsche war, die sie ebenfalls retten.

Die Frau ist Johanna Carter (Wymore), und sie kam in diese Gegend, um ihren Verlobten zu heiraten, der in einem Yankee-Fort in der Nähe stationiert ist. Als die Postkutsche nicht ankommt, macht sich dieser Verlobte, Lieutenant Rickey (Scott Forbes), natürlich auf die Suche. Er und seine Begleiter werden von Lafe in eine Falle gelockt und festgesetzt.

Als California Beal auf den Leutnant trifft, stellt sich heraus, daß Beal eigentlich Cole Smith ist. Er kam anonym, um erst einmal herauszufinden, mit welchen Männern er es zu tun hat. Er macht sich auf den Weg, um seine Leute zusammenzuholen.

In der Nacht unternehmen die Indianer, die den Yankees als Scouts dienten, einen Fluchtversuch. Die beiden Söhne des Häuptlings Man Dog werden dabei erschossen, doch Man Dog selbst kann entkommen. Lt. Rickey will seine Verlobte aus der Gefahrenzone bringen und gibt sein Ehrenwort, daß er zurückkommt. Doch Lafe will das Risiko nicht eingehen.

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In der folgenden Nacht unternehmen die Yankees einen Fluchtversuch, doch nur Lt. Rickey entkommt. Da die Indianer in der Umgebung auf dem Kriegspfad sind, nimmt Lafe an, daß er nicht weit kommen wird. Doch der Lieutenant erreicht das rettende Camp seiner Leute. Im Gegensatz zu Cole Smith – als dessen Pferd bei Lafe und seinen Leuten ohne Reiter auftaucht, ist ihnen klar, daß sie keine Hilfe mehr erwarten können, sondern daß nun alles aus ist.

Denn nun rücken die Indianer auf dem Kriegspfad an. Lafe schlägt vor, daß die Männer diese gemeinsam in eine falsche Richtung lenken, damit der Kutscher und Johanna entkommen können. So geschieht es. Die Flucht läßt sich ganz gut an, doch letztlich werden die Südstaatler von den Indianern umringt. Alle sterben, Lafe als letzter. Vorher tötet er jedoch noch Man Dog. Die Yankees kommen, doch zu spät. Spot, der kleine Hund von Jimmy, ist der einzige, der überlebt. Eigentlich sollte er bei Johanna bleiben, doch als sein Herr ohne ihn fortreitet, reißt er sich los und folgt ihm – nur, um seinem toten Herrn dann das Gesicht zu lecken.

Lt. Rickey läßt in zu Ehren der gefallenen Südstaatler die Konföderiertenflagge hissen. Ein letzter Akt der Dankbarkeit dafür, daß seine Verlobte durch den heldenhaften Tod der Männer gerettet werden konnte.

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eines von zahlreichen Promofotos für den Film, mit Kostümen, die dort gar nicht vorkommen…

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