Montana

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Montana ist wohl der kürzeste Flynn-Kinofilm mit knapp einer Stunde und 15 Minuten Laufzeit. Er erlebte am 28. Januar 1950 seine Uraufführung in den USA und bereits im März 1951 in Westdeutschland, sicher im Zuge der dortigen Flynn-Welle. Regie führte Ray Enright, die sehr eingängige Musik stammt von David Buttolph. Es gibt eine deutsche Version und der Film ist auf DVD erhältlich, wurde jedoch in den vergangenen Jahren nicht im Fernsehen gezeigt.

Flynn spielt in diesem Film fast wieder sich selbst – einen Australier, noch dazu einen, der ein spannendes Leben geführt und schon alles Mögliche gesehen hat. Ansonsten ist er nur noch in „Sabotageauftrag Berlin“ als Australier zu sehen. Er spielt ein letztes Mal mit Alexis Smith und die beiden brauchen wieder einmal trotz anfänglicher Sympathie den ganzen Film, um einander lieben zu lernen. S.Z. Sakall darf ein letztes Mal in einem Flynn-Film den komischen Kauz mimen, was er wieder wunderbar macht. Schade, daß seine Rolle nur so klein ist.

Insgesamt ein solider Western mit einfachem Plot – man sieht Flynn manchmal die Langeweile an. Die Szene, in der er mit Alexis Smith ein Duett singt, ist für mich die schönste im Film.

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mit Tochter Deirdre in einer Drehpause

 

Inhalt:

Morgan Lane (Flynn) treibt auf der Suche nach Weideland eine Schafherde nach Montana, obwohl die dort herrschenden Viehzüchter Schafe hassen – sie sind der Meinung, daß die Schafe das Land so weit ruinieren, daß kein Rind dort mehr Nahrung findet.

Morgan schlägt mit seinen Männern dennoch ein Lager auf. In der Nacht kommen bewaffnete Reiter, die bewußt Chaos stiften und einen jungen Wachtposten und viele Schafe erschießen. Morgan sagt zu seinen Männern, daß es nun kein Zurück mehr gäbe.

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Es gibt kein Zurück.

 

Am nächsten Morgen taucht ein sonderlicher Kauz namens Papa Schultz (S.Z. Sakall) im Lager auf – ein fahrender Händler. Als Morgan erfährt, daß dieser nach Fort Humboldt will, schließt er sich ihm als „Partner“ an und beide fahren in die Stadt.

Als Morgan dort gerade dabei ist, die Waren von Papa Schultz anzupreisen, kommt eine Gruppe von wilden Reitern in die Stadt. Es handelt sich um Maria Singleton (Smith) und Rod Ackroyd (Douglas Kennedy) und ihre Leute, denen ein großer Teil der Stadt und des Landes drumherum gehört. Morgan sieht, wie die Männer in den Saloon gehen, und folgt ihnen. Sie prahlen dem Sheriff gegenüber mit dem Mord an dem jungen Schafzüchter. Morgan stellt sich als Händler vor, doch seine Frage, was denn schlimm an Schafen sei, lassen bei Slim Reeves (Ian MacDonald) den Verdacht aufkeimen, daß der Fremde ein Schafzüchter ist. Nur durch seine überragende Schießkunst kann Morgan diesen Verdacht vorläufig von sich ablenken –denn, so Reeves: kein Schafzüchter könne so schießen.

Draußen beim Wagen von Papa Schultz macht Morgan die Bekanntschaft von Maria Singleton, die erfolglos auf der Suche nach einer Gitarre ist und sich Morgan gegenüber sehr kühl verhält.

Am nächsten Morgen trifft Morgan in seinem Hotelzimmer Tecumseh (Paul E. Burns) an, der ihm auf den Kopf zusagt, daß Morgan ein Schafzüchter ist. Er will ein wenig „Trinkgeld“, damit der den Mund hält. Morgan gibt es ihm und reitet danach zur Singleton-Ranch. Er bringt eine Gitarre mit, die er an Miss Singleton verkaufen will. Gemeinsam „testen“ sie quasi das Instrument und singen „Reckon I’m in Love“ (Die deutsche Version klingt grauslig und wurde auch nicht sehr gut übersetzt.). Erste Sympathien entwickeln sich.

Morgan wird zum Abendessen eingeladen und erfährt dabei, daß Montana von den beiden Familien Ackroyd und Singleton sowie einem Herrn namens Forsythe kontrolliert wird. Zudem sind Dan und Maria verlobt. Es kommt zu einigen spitzen Bemerkungen der Männer untereinander und schließlich zu einer Wette: wenn Morgan es schafft, auf einem unbezähmbaren Pferd eine Minute lang auszuhalten, verkaufen ihm die beiden ein Stück Land namens Bear Creek Range.

Morgan nimmt die Wette an, doch kurz bevor die Minute um ist, reißt der von Reeves zuvor manipulierte Sattelgurt. Morgan fällt dadurch vorzeitig vom Pferd, doch die besorgte Maria kümmert sich um ihn.

Als es Morgan wieder besser geht, reiten er und Maria aus. Nachdem er ihr erzählt hat, daß er davon träumt, ein ruhiges Leben in der Gegend zu beginnen und eine Familie zu gründen, bietet sie ihm das herrliche Stück Land, das er für den verlorenen Wetteinsatz gehalten hat, zur Pacht an. Es gehört ihr allein und sie gibt es ihm gern. Eigentlich wollte ihr Bruder dort sein Haus bauen, doch er kam im letzten Kampf gegen die Schafzüchter um. Maria denkt, daß sie einen weiteren tapferen Rinderzüchter wie Morgan für den nächsten Kampf gut wird brauchen können.

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Hi Jeannie!

Beide reiten in die Stadt, um den Pachtvertrag aufzusetzen. Doch nach dem erfolgreichen Geschäft taucht plötzlich Jeannie, Morgans Colliehündin, auf und sofort wissen alle, daß Morgan sie getäuscht hat. Maria ist vollkommen enttäuscht und wütend. Sie will, daß Morgan sofort verschwindet, doch er pocht auf den Vertrag und erklärt ihr, daß er seine Schafe auf das gepachtete Land führen wird. Maria kündigt ihm Krieg an und verläßt die Stadt.

 

Reeves droht Morgan ebenso, woraufhin sich Morgan zur Wehr setzt, jedoch von der Überzahl von Reeves’ Männern übel zusammengeschlagen wird. Er kehrt zu seinen Männern zurück.

Inzwischen ruiniert Maria zu Hause ihre Wohnung, indem sie aus lauter Wut Gegenstände umherwirft. Als Rod kommt, erklärt sie ihm, daß sie den Pachtvertrag auf alle Fälle zurückholen wird.

Tecumseh reitet zu den Schäfern hinaus und schließt sich ihnen an. Er will den kleinen Rinderzüchtern gegen die Großen helfen. Tecumseh organisiert ein Treffen mit den Männern und Morgan will sie überzeugen, daß sie ebenfalls Schafe mit Rindern auf derselben Fläche weiden lassen können. Sie stimmen zu, nachdem sie gehört haben, daß George Forsythe ebenfalls mit von der Partie ist.

Dabei hat Morgan ihn zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht überzeugt. Das tut er anschließend, und Forsythe stimmt nach einigem Zögern schließlich zu. Die neue Partnerschaft soll am Abend bei einer großen Feier verkündet werden.

Maria nimmt die Einladung dazu ungern an, Rod jedoch nicht. Er hat Wichtigeres in der Stadt zu erledigen – er besucht seine Geliebte. Er beauftragt Reeves jedoch, ein Auge auf die Versammlung zu haben.

Maria hat sich extrem herausgeputzt und gibt sich alle Mühe, den Vertrag von Morgan zurückzubekommen. Er zerreißt ihn vor ihren Augen und schließlich kommt es zu einem ausgedehnten Kuß. Beide scheinen sich einander wieder anzunähern, bis im Haus George Forsythe seine Entscheidung verkündet. Maria ist wütend und erklärt den Krieg. Als Forsythe Morgan gegenüber auf der Terrasse seine Entscheidung bekräftigt, wird er von Reeves aus dem Hinterhalt erschossen. Morgan verfolgt Reeves und dieser stirbt durch seine eigene Kugel in einem Zweikampf.

Am nächsten Tag sorgt Rod Ackroyd dafür, daß sämtliche Rinder zusammengetrieben werden. Es kommt zu einer Konfrontation mitten auf der Prärie, bei der die Schafzüchter letztendlich die Viehzüchter besiegen – Rod Ackroyd stirbt unter den Hufen seiner eigenen Rinder und den Schafzüchtern gelingt es, die wildgewordenen Tiere unter Kontrolle zu bringen.

Morgan will nun die Schafe direkt durch die Stadt führen, wo er auf Maria trifft. Sie schießt auf Morgan und trifft ihn, aber nicht tödlich. Sofort bereut sie ihre Tat und kümmert sich um den am Boden Liegenden. Der Film endet mit einem langen Kuß und den Schafen, die nun endlich auf die Rinderweidegründe ziehen können.

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Morgan Lane – I love you.

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