Auf der Berlinale

Errol Flynn ist der special guest der Berlinale des Jahres 1957. Er kommt am Flughafen Tempelhof am 20. Juni 1957, also seinem 48. Geburtstag, an. Eine sechsköpfige Kapelle spielt zu seinen Ehren, und er selbst dirigiert die Musiker für eine Weile, bevor er sich von einem der zahlreichen Fotografen eine Kamera leiht und damit ein wenig herumalbert.

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mit Wolfgang Lukschy und Patrice Wymore (linkes Foto)

 

Ungefähr fünfhundert Fans sind am Flughafen, um ihn zu begrüßen und mit seiner Frau Patrice Wymore zum Hotel Kempinski zu begleiten.

So weit, so gut, möchte man meinen. Doch als er die für ihn reservierten Zimmer 310 und 311 sieht, schlägt seine Stimmung abrupt um. Nicht einmal in seiner Schulzeit habe er in einer solch kleinen Kammer genächtigt! Eine Unverschämtheit!

Er versucht, noch am gleichen Tag einen Rückflug nach Paris zu bekommen. Dr. Bauer, der Berlinale-Manager, versucht ihn zu beruhigen – er werde kaum noch einen Flug nach Paris bekommen. Nun, entgegnet Errol, dann wird er eben ein Flugzeug mieten. Oder im Notfall eines aus Paris anfordern. Und wenn das nicht möglich ist, wird er sich ein Auto besorgen und durch die „Zone“ fahren.

Dr. Bauer kommt gehörig ins Schwitzen und versucht, andere Zimmer zu bekommen – ohne Erfolg, denn natürlich ist das Hotel ausgebucht. Außerdem, so der Rezeptionist, sind die Dauergäste wichtiger als ein Star aus Hollywood mit Allüren.

Dr. Bauer versucht, das Hotel Gehrhus zu erreichen. Herr Gehrhus entscheidet sofort. Er zieht aus seiner eigenen Wohnung aus und offeriert diese einem Industriellen, der dafür seinerseits die Großen Appartements (mit drei großen Zimmern, zwei Balkonen, einem Bad mit Telefon) für Errol Flynn räumt. Nun kann Errol endlich ein angemessenes Quartier beziehen.

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mit Romy Schneider

 

Am nächsten Tag ist aller Ärger vergessen. Ihm gefällt es jetzt sehr gut in Berlin, und er will sogar seinen Sekretär bewegen, ihn fünf statt der vorgesehenen drei Tage bleiben zu lassen. Fotos zeigen ihn mit seiner Frau Patrice, wie er auf der Waldbühne Rock’n’Roll tanzt, zum Spaß aus einem Sektkübel trinkt, oder mit Wolfgang Lukschy, einem der Schauspieler, der ihm für die synchronisierten Fassungen seiner Films die Stimme lieh, über den Ku’damm bummelt.

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Tanz auf der Waldbühne mit Patrice Wymore

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