Liebe zu Viert

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Der Film kam im September 1938 in die US-amerikanischen Kinos. Es existiert eine deutsche Fassung, die 1977 Fernsehpremiere hatte und ab und zu auch im Fernsehen gezeigt wird. Regie führte erneut Michael Curtiz, obwohl ursprünglich William Dieterle angedacht war.

Komödien sind eigentlich nicht typisch für Warner Bros. und die Kritiken für „Liebe zu Viert“ waren entsprechend nicht überwältigend. Doch der Film war eine willkommene Gelegenheit, kurz nach dem Erfolg von „Robin Hood“ das Dreamteam Flynn-deHavilland erneut ins Rennen zu schicken. Jedoch war es laut Matzen (E&O S. 76 ff) der kommerziell am wenigsten erfolgreiche Film der beiden, und auch eine Produktion, die von Schwierigkeiten geprägt war.

Der Film basiert auf einer Geschichte namens „All Rights Reserved“ von Wallace Sullivan und ist dem Film „Lustige Sünder“ von der Storyline her sehr ähnlich.

Flynn hatte Jack L. Warner immer wieder bedrängt, von diesen Kostümschinken wegzukommen und moderne Filme machen zu dürfen, am liebsten Komödien, und hier erhielt er nun die Gelegenheit. Deswegen verkürzte er auch freiwillig den ihm zugesagten Urlaub, den er sich nach den anstrengenden Dreharbeiten zu „Robin Hood“ redlich verdient hatte…

Flynn spielt hier eine Rolle, die seinem bisherigen Image ziemlich entgegenläuft. Er ist nicht der große Held, auch wenn an der Stelle, als er mit dem Doktor die Pläne für die Klinik berät, seine guten Absichten und sein gutes Herz durchscheinen. Doch im großen und ganzen ist er ein skrupelloser PR-Manager, der alles tut, um sein Ziel zu erreichen, und das nicht nur geschäftlich, sondern auch in Liebesdingen. Er braucht einen ganzen Film, um sich zwischen Olivia deHavilland und Rosalind Russell zu entscheiden, und selbst nach der Hochzeit mit Russell sitzt dann doch deHavilland auf seinem Schoß. Doch er hat auch viele Textzeilen, die auf sein Off-Screen Image abzielen: „Es gibt Dinge, über die ich nichts weiß, aber ich habe Kenntnisse über Frauen, die wenige Männer besitzen.“ Pat Buckley faßt Lansfords Charakter später so zusammen: „Ich habe vielleicht nicht Lansfords faszinierende Art oder seine diabolischen körperlichen Eigenschaften, aber ich bin auch kein Wolf.“

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Inhalt:

Reporterin Jean Christie (Rosalind Russell) ist entsetzt, als sie erfährt, daß die Zeitung, bei der sie arbeitet, geschlossen werden soll. Der Verantwortliche dafür, Pat Buckley (Patric Knowles), sieht jedoch keine andere Möglichkeit. Jean schlägt ihm vor, doch Bob Lansford (Flynn) zur Rettung anzuheuern – den Buckley vor einiger Zeit gefeuert hat. Doch Pat lehnt ab.

Also geht Jean selbst zu Lansford. Der wird in den Film eingeführt, während er seinen Sekretärinnen einen Brief diktiert und gleichzeitig von seinem Friseur die Haare geschnitten bekommt. Bob erklärt dem Friseur seinen Beruf so: die meisten seiner Kunden haben viel Geld, aber einen miserablen Ruf. Er sorgt dafür, daß ihr Geld in wohltätige Projekte fließt, und sie dafür einen besseren Ruf bekommen.

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Da betritt Jean das Büro. Sie versucht, Bob zur Hilfe für die Zeitung zu gewinnen, doch der hat kein Interesse. Erst, als Jean erwähnt, daß sich Pat mit Lorri Dillingwell trifft, erwacht plötzlich sein Interesse: denn Bob versucht verzweifelt, deren Großvater (Walter Connolly) als Kunden zu gewinnen, was bisher immer mißlungen ist.

So geht Bob also mit Jean in den Jamaica Club. Dort treffen sie auf Lorri und Pat, und schon nach kurzer Zeit hat Bob Lorri so mit seinem Charme verzaubert, daß sich beide aus dem Staub machen. Sie fahren zu Großvater Dillingwells Landsitz. Doch Dillingwell hetzt, wie angekündigt, die Hunde auf Lansford, sobald er dessen Namen hört.

Nun sieht Bob nur noch eine Chance: er kehrt zu Pats Zeitung zurück und benutzt diese dazu, einen Feldzug gegen Dillingwell und dessen Spekulationspolitik an der Börse zu betreiben: er macht ihn zum meistgehaßten Mann in Amerika.

Als Lorri davon erfährt, ist sie natürlich wütend. Pat feuert Bob, und der begibt sich schnurstracks auf Grandpas Landsitz. Dort „rettet“ er zwei Spielzeugeisenbahnen vor dem Zusammenstoß und Grandpa jagt ihn deswegen nicht sofort wieder vom Hof. Er stimmt sogar einem Eisenbahn-Wettrennen am nächsten Morgen zu.

Während Bob die neue Lok, die ihm den Sieg bringen soll, zusammenbaut, liest er, daß jegliche Art fettiger Substanz die Geschwindigkeit eines Zuges beeinträchtigt. Er begibt sich in die Küche auf der Suche nach Butter, wird dabei jedoch von den Wachmännern bemerkt. I letzten Moment flieht er in Lorris Zimmer. Doch dort gibt es neue Verwicklungen, und Lorri kann nur mit Mühe alle überzeugen, daß trotz des durch die Jagd nach ihrem Hund verursachten Lärms alles in Ordnung ist.

Am nächsten Morgen gewinnt Bob durch Manipulation der Schienen mit Butter das Rennen. Doch erst als Dillingwell herausfindet, daß Bob ihn ausgetrickst hat, ist er bereit, seinem Plan zuzustimmen: er soll Geld für einen guten Zweck spenden, allerdings anonym. Erst eine Weile später soll wie zufällig durchsickern, daß Dillingwell der Spender war.

Inzwischen ist Jean angekommen, und Bob mahnt zur Verschwiegenheit ihr gegenüber. Mit Hilfe von Lorri will Bob Jean austricksen, doch Pat hat inzwischen Dillingwell telefonisch informiert, daß Bob diese gemeine Zeitungskampagne gegen ihn initiiert hat. Erneut muß Bob das Anwesen gejagt von Hunden verlassen.

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Doch Grandpa kommt am nächsten Tag zu ihm ins Büro und stimmt den Plänen zu. So wird beschlossen, daß eine Stiftung mit dem Namen „H. Louis Brown“ gegründet wird, durch welche eine Klinik für an Kinderlähmung erkrankte Menschen gebaut werden soll. Bob will dafür auch noch Pat ein Grundstück vor der Nase wegschnappen, um sich an ihm zu rächen.

Es folgt eine sehr witzige Szene, in der Bob gleichzeitig mit Jean und Lorri telefoniert und sich mit ihnen verabredet.

Am nächsten Tag ist Pat total sauer, weil ein Mann namens H. Louis Brown ihm das Grundstück für den Neubau für sein Zeitungsgebäude weggeschnappt hat. Er beauftragt Jean, diesen H. Louis Brown zu finden. Mit viel Mühe gelingt es ihr auch: es ist ein Schuhputzer aus Harlem. Allerdings findet sie auch heraus, daß Brown von Bob dafür bezahlt wurde, daß dieser den Namen verwenden konnte. Sie berichtet Pat telefonisch davon, und der beauftragt sie, den wahren Geldgeber herauszufinden. Jean durchwühlt vergeblich das gesamte Büro von Bob – die Unterlagen hat dieser mitgenommen. Durch einen Telefonanruf, den sie entgegennimmt, findet sie jedoch heraus, daß Bob eine Verabredung in der Goodwill-Klinik hat, und dort kommt es zum Showdown. Jean schleicht sich als Bobs Gattin ein und hofft, den wahren Namen von H. Louis Brown zu erfahren. Doch erst, als Mr Dillingwell und Lorri auftauchen, erkennt sie die Zusammenhänge. Bob bittet sie, die Geschichte für sich zu behalten, damit der Bau der Klinik nicht gefährdet wird. Erst weigert sie sich, doch Bob gelingt es, sie nachdenklich zu machen – schließlich will er das Geld für einen guten Zweck verwenden.

Jean kehrt in die Redaktion zurück, besteht aber darauf, mit Pat allein zu reden. Die Situation entwickelt sich so weiter, daß Jean verspricht, ihm die Story zu verraten, wenn Pat sie heiratet. Pat ruft also einen Friedensrichter an, damit der die beiden traut. Doch als Bob davon erfährt, holt er Lorri aus dem Schlaf und fährt mit ihr zu eben diesem Friedensrichter. Nach einigem Hin und Her heiraten letztendlich Bob und Jean und Pat und Lorri… und am Ende werden alle vier von Grandpas Hunden verfolgt!

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