San Antonio

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Ein weiterer Western im Flynn-Portfolio, der einige Klischees dieses Genres bedient, das jedoch auf höchst unterhaltsame Weise.

Laut McNulty (S. 187f) verliefen die Dreharbeiten relativ unkompliziert. Flynns Starallüren hatten sich gebessert und es machte allen wieder Spaß, mit ihm zu arbeiten. Er nahm inzwischen die Westernrollen hin, obwohl er immer noch nicht davon überzeugt war, authentisch zu wirken. Doch der Alkohol zeigte schon erste Auswirkungen.

In Deutschland kam der Film erst im Oktober 1950 in die Kinos. Es gibt ihn auf DVD in einer guten Version zu kaufen. Regie führte David Butler, die Musik stammt von Max Steiner, der seine Titelmelodie von „Dodge City“ recycelte. Alexis Smith spielt erneut die weibliche Hauptrolle und macht sich gut als schicke Lady von der Ostküste, die in die Provinz „versetzt“ wird. Für die Komik ist wieder S.Z. Sakall zuständig, dessen herrlich verqueres Englisch man leider wieder nur in der Originalversion hören kann. Die Bösen werden diesmal von Paul Kelly und Victor Francen gespielt. Letzterer spielte ein paar Jahre später noch einmal mit Flynn in „Die Taverne von New Orleans“. Übrigens sieht man auch Flynns Rappen Onyx, er wird jedoch gleich zu Beginn als das Pferd von John Litel vorgestellt! Was für mich etwas unverständlich ist…

Die Premiere von San Antonio wurde recht aufwendig betrieben, wenn auch vielleicht nicht ganz so wie bei früheren Flynn-Western. Sie fand in New York im Strand Theatre (am 28. Dezember 1945), in L.A. und in Cleveland statt. Sie traf damit mit dem 100. Jahrestag der Eingliederung Texas’ in die USA statt. Der New Yorker Texas-Club beteiligte sich an den Publicity-Aktionen. So wurde eine „Miss San Antonio“ gewählt, eine Dame namens Kyle McDonnell. (Diese galt übrigens als Fernseh-Pionierin der USA und erhielt den Spitznamen „Miss Television“. Sie arbeitete dann eine Zeitlang als Model und Schauspielerin.) Weiterhin gab es eine Western-Parade vom Central Park zum Strand, die auch beim Bürgermeister vorbeikam und ihm einen echten Texas-Hut überreichte. Auch per Radio wurde 15 Minuten lang Werbung gemacht. Flynn selbst scheint jedoch nicht bei der Premiere anwesend gewesen zu sein.

In L.A. fand bei der Premiere eine Radiosendung direkt von der Bühne aus statt. Der Bürgermeister von San Antonio erklärte das Hollywood Theatre dabei zu einem Vorort von seiner Stadt. Weiterhin wurden die Stars des Films interviewt.

In Cleveland im RKO Palace wurde ebenfalls großer Aufwand betrieben und die Zeitungen berichteten selbst auf den Sportseiten. Ein Thema war: wie reitet Errol Flynn sein Pferd. Weiterhin gab es eine Pferde-Show.

In Oklahoma gab es einen Essay-Wettbewerb, bei dem ein Shetland-Pony gewonnen werden konnte.

Inhalt:

Charlie Bell (John Litel) begibt sich nach Mexiko zu seinem Freund Clay Hardin (Flynn), der dort im Exil lebt. Banditen haben seine Rinderherden gestohlen, was in Texas einfach war aufgrund der Weite des Landes und des mangelnden Schutzes für die Herden.

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noch genießt Clay sein Exil in Mexiko…

 

Doch nun will Clay aus seinem Exil zurück in seine Heimatstadt San Antonio. Charlie Bell warnt ihn – vergeblich. Clay ist entschlossen, Roy Stuart (Paul Kelly), den er für die Verbrechen verantwortlich macht, mit Hilfe eines Rechnungsbuches zu überführen und vor Gericht zu stellen. Charlies Warnungen, daß jeder in Texas Clay erschießen wird, sobald er die Grenze überschreitet, ignoriert er geflissentlich.

Clay beauftragt Charlie, in Laredo einen Platz in der Postkutsche für ihn zu buchen. Ganz Texas scheint vom Wettfieber befallen: schafft es Hardin nach San Antonio oder nicht? Als auch noch Lafe McWilliams, ein Gehilfe von Roy Stuart, in Laredo auftaucht, glauben immer weniger Leute daran, daß Clay es schaffen wird.

Zur gleichen Zeit kommt in Laredo eine andere Kutsche an, eine, die die Sängerin Jeanne Starr (Alexis Smith) nach San Antonio bringen soll. Sie hat dort ein Engagement in Roy Stuarts Saloon. Begleitet wird sie von ihrer Chaperone Henrietta und ihrem Manager, Sacha Bozic (S.Z. Sakall), genannt Bozie.

Clay schafft es, sich unterwegs in diese Kutsche zu schmuggeln und so relativ ungefährdet zu reisen. In Cotulla beim Pferdewechsel und Tanz am Abend schmilzt allmählich Jeannes anfänglicher Widerstand. Doch auch Lafe und sein Gehilfe Pony haben mitbekommen, daß Clay sie ausgetrickst hat. Es kommt zu einem ersten Duell auf der Straße, bei dem beide Gangster von Clay und Charlie getötet werden. Clay läßt im Namen von McWilliams ein Telegramm an Roy Stuart schicken, daß alles glattgegangen sei.

In San Antonio wundert sich Roy Stuart zwar über das Telegramm, ist jedoch äußerst zufrieden über dessen Inhalt und erhöht noch einmal den Wetteinsatz, daß Clay nicht nach San Antonio kommt. Um so überraschter ist er, als Clay allen bei der Begrüßung von Jeanne auf der Plaza die Show stiehlt. Die beiden Männer treffen sich auf der Plaza, beobachtet von der Menge. Es kommt zu keiner Schießerei, doch Clay deutet an, daß es für Roy nun langsam zu Ende gehen wird.

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Clay geht zur Armee, um Hilfe zu erhalten, doch der Offizier verhält sich eher zurückhaltend. Er soll nur dafür sorgen, daß es zu keiner Schießerei kommt. Clay muß sich nach anderen Unterstützern umsehen. Er läßt einige alte Freunde ins Hotel bestellen. Er erklärt ihnen, daß er Roy Stuart nun endlich seine Diebstähle beweisen kann. Sie wollen besprechen, wie sie weiter vorgehen. Unglücklicherweise findet im Raum nebenan gerade eine Probe mit Jeanne statt, so daß man sein eigenes Wort nicht verstehen kann. Jeanne ist sauer über die provinzialischen Verhältnisse in San Antonio. Sie wirft mit einem Krug nach Clay, als dieser sich über den Lärm beschwert.

Am Abend hat Jeanne ihren ersten großen Auftritt im Saloon. Auch Clay und Charlie sind dort, obwohl Charlie nicht wohl ist in der Höhle des Löwen.

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Ohne Worte…

 

Jeanne legt einen glamourösen Auftritt hin und verweilt bei dem Liebeslied, das sie vorträgt (Some Sunday Morning), auffällig lange bei Clay. Anschließend sendet sie Clay eine Nachricht, daß sie ihn gern hinter der Bühne sehen will. Dies bekommen sowohl Roy Stuart als auch Charlie Bell mit. Charlie warnt Clay und läßt sich wenigstens das Rechnungsbuch aushändigen, damit es während der Flirterei nicht verlorengeht. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Während Clay mit Jeanne draußen auf der Galerie redet, versucht Roy, ihn zu erschießen, zielt jedoch daneben. Als Charlie ihm zu Hilfe kommen will, wird er von Legare (Victor Francen), dem Partner von Stuart, aus dem Hinterhalt erschossen und des Buches beraubt. Bozic kommt zufällig dazu, wird jedoch von Legare bedroht und verspricht, nichts zu sagen.

Stuart läßt daraufhin seine Getreuen zusammenrufen. In einer Anhörung vor dem Militärtribunal der Kavallerie wird versucht, mehr über den Vorfall herauszufinden. Doch Bozie, der neben Jeanne als Zeuge befragt wird, ist durch Legare so eingeschüchtert, daß er nichts sagt. Jeanne versucht, Clay zu überzeugen, daß sie nicht dazu angestiftet wurde, ihn auf die Galerie zu locken. Doch Clay bleibt skeptisch. Als der Offizier verkündet, daß die Kavallerie am nächsten Morgen abberufen wird, bittet Clay um das Amt des Peace Officer, um den Mörder von Charlie Bell fangen zu können. Er wird für 24 Stunden dazu ernannt.

Durch Einfluß von Legare wird Stuart bewußt, daß Bozic als einziger Zeuge seines Mordversuches umherläuft. Legare vermutet, daß Stuart geschossen hat, und sagt das auch offen, doch Stuart streitet es ab.

Bozie gesteht Jeanne aus lauter Angst, daß er weiß, wer den Mord begangen hat, aber er will ihr den Namen nicht sagen. Jeanne drängt ihn, die Stadt sofort zu verlassen. In seinem Zimmer wird Bozie von Stuart bedroht und verrät dabei aus lauter Angst zufällig, daß er Legare bei dem Mord beobachtet hat. Er verspricht, die Stadt sofort zu verlassen.

Stuart konfrontiert Legare mit seinem Wissen. Doch Legare nennt ihm einen guten Grund, ihn nicht umzubringen: Stuart weiß nicht, wo das Rechnungsbuch ist und wo es nach Legares Tod auftauchen würde.

Auch Clay Hardin vermutet mittlerweile, daß nicht Stuart, sondern jemand anders Charlie Bell ermordet hat. Seine Gedanken gehen in Richtung Legare.

Der findet inzwischen heraus, daß Jeanne mit Bozie geredet hat und droht ihr: wenn sie ein Wort zu Clay sagt, ist sein Leben verwirkt. So verhält sich Jeanne zurückhaltend. Legare erfährt, daß Bozie die Stadt verlassen hat.

Am Abend sieht sich Clay erneut den Auftritt von Jeanne im Saloon an, diesmal mit dem Lied Somewhere in Monterey. Doch als sie bemerkt, daß Bozie heimlich zurückgekehrt ist, beeilt sie sich plötzlich sehr mit ihrem Lied. Auch Clay sieht Bozie. Jeanne beauftragt Henrietta, sofort einen Wagen zu mieten und alles einzupacken. Sie selbst schließt sich in ihrem Zimmer ein, wo sie jedoch von Legare erwartet wird. Er bedroht sie, als Clay die Tür von außen aufbricht und mit Bozic hereinkommt.

Als Clay Legare mit vorgehaltener Waffe durch den Saloon führt, löst er dadurch eine Schießerei aus. Es gelingt Legare zu entkommen, er wird jedoch von Stuart verfolgt und im Alamo erschossen. Clay folgt den beiden. Doch Stuart kann entkommen und reitet aus der Stadt.

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Wo sind die Schurken?

 

Jeanne verläßt die Stadt und wundert sich wie alle anderen, wo Clay abgeblieben ist. Er ist immer noch bei der Verfolgung von Stuart, den er schließlich stellt. Beim abschließenden Zweikampf fällt Stuart mit dem Kopf gegen einen Stein und ist wahrscheinlich tot.

Der Film endet damit, daß Clay erneut die Kutsche von Jeanne entert. Und dabei stellt sich heraus, daß Jeanne auch eine waschechte Texanerin ist…

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See ya!

 

 

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1944

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Zu Beginn dieses Jahres gibt es einen Pressetermin, bei dem Errol und Kollegin Martha O’Driscoll über ihre USO-Tour durch Alaska Ende des vergangenen Jahres berichten. Flynn hat dabei auch Tundra Lil.

Am 15. Januar ist er auf einer von WB organisierten blow-out party, in Begleitung von Nora Eddington, obwohl um die Hochzeit noch immer ein großes Geheimnis gemacht wird: Weiterlesen

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Neuguinea

Errol begab sich also in diesen von Australien nicht allzu weit entfernten Teil der Erde. Er kam am 1. Oktober 1927 an und sollte 25 Monate dort bleiben.

Zunächst bekam er einen Job als Patrouillenoffizierskadett, den er aber nicht lange behielt, weil Nachrichten von seinem früheren Arbeitgeber Dalgety eintrafen. Er wurde wieder entlassen. In seiner Autobiographie (MWWW) berichtet er von einer Strafexpedition gegen Eingeborene, an der er teilnahm – das ist jedoch unmöglich und er war wahrscheinlich inspiriert von früheren Ereignissen.

Sein nächster Job: Direktionsassistent der Kenabot-Plantage südwestlich von Kokopo. Danach bekam er weitere kleine Jobs, u.a. als Leiter der Lemus-Plantage in Kavieng (New Ireland). 1928 wurde er krank (eventuell Malaria) und ging zurück nach Rabaul, wo er wieder in verschiedenen kleineren Jobs, u.a. auf Plantagen, arbeitete.

Die Goldfunde in Neuguinea hatten ihre Faszination noch lange nicht eingebüßt. Von 1921 bis 1931 wurden über 400000 Unzen Gold von dort exportiert.

Schon damals hatte Errol einen Schäferhund als treuen Begleiter. Die Leute erinnern sich unterschiedlich an ihn. Zitat eines Zeitgenossen (S. 38): „Er war […] was man heute einen Hippie nennt.“

Eric Feldt, eine Art Bezirksoffizier in Salamaua, schrieb im Frühjahr 1961 einen Artikel in der australischen Zeitschrift „Quadrant“ über Flynn als Reaktion auf dessen Darstellungen in MWWW. Die dortigen Geschichten bezeichnete er als Lügen. Zum Beispiel erzählt Flynn sehr blumig, wie er seinen Job als Luftfahrtmanager in Wau zu Fuß antreten mußte – in Wahrheit wurde er eingeflogen. Doch auch dort hielt es ihn nicht lange – das Sortieren und Ausliefern von Fracht für die Goldsucher war ihm sicher zu langweilig. Feldt sagt auch, daß Flynn niemals ein Prozeß wegen Mordes gemacht wurde, wie er ihn in MWWW beschreibt.

Sein nächster Job: Anwerber für Arbeitskräfte für die Edie Creek Goldfelder auf einem Schoner, der dem Eigentümer der Siassi Islands Plantations gehörte. Seine Hauptaufgabe war es, Arbeitskräfte zu rekrutieren, aber das Boot transportierte auch z.T. Waren und Passagiere. Diesen Job hatte Errol vergleichsweise lange inne und seine Erlebnisse während dieser Zeit bilden wahrscheinlich einen Großteil der Basis für MWWW und seinen Roman Showdown, wo er das Leben auf der Maski beschreibt. Diese wird allerdings in keiner Schiffliste der Zeit aufgeführt, während die Matupi, die Flynn auch erwähnt, existierte, aber der Name des Kapitäns ein anderer war als der von Flynn erwähnte.

Die Geschichte, die am meisten Anlaß zu Spekulationen und Nachforschungen bzw. Verwirrung gibt, ist seine Reise auf dem Fluß Sepik mit einer amerikanischen Filmcrew. Flynn war angeblich von Hermann Erben angeheuert worden für eine Doku über Kopfgeldjäger. Erben wurde zu Joel Swartz in Showdown und MWWW, und er soll es auch gewesen sein, der Flynn zu seiner ersten Filmrolle verhalf. Das ist wieder eher unwahrscheinlich, aber die Geschichte mit dem Dokumentarfilm wird von mehreren Leuten bestätigt.

Im Oktober 1929 war Flynn wieder in Rabaul, er war krank und hatte genug vom Rekrutieren. Am 22. Oktober reiste er an Bord der Montoro zurück nach Sydney, wo er am 30. eintraf. Doch das sollte nicht der letzte Besuch in Neuguinea gewesen sein.

Quelle: Moore S. 25 ff., s. genauen Titel im Teil “Kindheit und Jugend”

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Rocky Mountain

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Rocky Mountain ist Errol Flynns letzter Western. Der deutsche Titel „Herr der rauhen Berge“ ist wieder einmal leicht irreführend, schließt sich aber der Reihe der Filmtitel an, in denen Flynn immer „Herr“ von irgend etwas ist. Doch leider ist er hier nicht einmal Herr der Lage, denn am Ende stirbt er – etwas, das mich am meisten an diesem Film stört, denn zu Beginn erzählt Flynn noch aus dem Off, was er und seine Männer denn dort in Kalifornien suchten. Da erwartet doch jeder Zuschauer, daß der Erzähler am Ende des Films noch am Leben ist… Weiterlesen

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Mara Maru

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Der Film liegt zwar in einer deutschen Fassung vor, wird aber so gut wie nie im Fernsehen gezeigt, nicht einmal im Nacht-, geschweige denn im Nachmittagsprogramm… Bedauerlich, denn es ist ein solider Abenteuerfilm. Am 24. April 1952 kam „Mara Maru“ in die US-amerikanischen Kinos, und bereits am 24. Juni, also nur zwei Monate später, in die deutschen. Warners nutzte wohl die Errol Flynn-Welle, die zu Beginn der 1950er Jahre in Deutschland herrschte. In den Werbematerialien für Kinobesitzer steht, daß allein der Name Errol Flynn als Besuchermagnet wirkt. Was wahrscheinlich auch der Fall war. Es war der letzte Film, den Flynn für Warners in den USA drehte, bevor er in sein selbst gewähltes Exil nach Europa ging. Weiterlesen

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Mallorca

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Mallorca erlangte mit dem Beginn der 1950er Jahre internationale Bekanntheit. Viele Prominente stiegen dort ab, um Urlaub zu machen, u.a. auch Charlie Chaplin und eben Errol Flynn, der den größten Eindruck bei den Mallorcinern hinterließ.

Flynn entdeckte Mallorca auf seiner Hochzeitsreise mit Patrice Wymore im Jahre 1950. Auf ihrem Weg nach Gibraltar wurden sie von einem Sturm überrascht und suchten Zuflucht im Hafen von Pollença. Während ihres Aufenthaltes besichtigten sie den Norden der Insel und kamen schließlich nach Palma. Errol gefielen die Insel und die Gastfreundlichkeit der Bewohner. Er versprach, wiederzukommen, und tat das im Mai 1955.  Zu der Zeit war sein Stern in Hollywood schon sehr tief gesunken. Er war mehr oder weniger pleite durch den Zusammenbruch der Produktion von „Wilhelm Tell“ und die Einziehung seines Vermögens, und lebte ruhe- und rastlos mit seiner Familie, bestehend aus Ehefrau Patrice und Tochter Arnella, auf der Zaca. Für die Mallorciner war er dennoch der große Star, denn sie hatten während des Spanischen Bürgerkrieges und des 2. Weltkrieges nicht viele Filme sehen können, und viele von Flynns Filmen wurden erst jetzt, in den 1950er Jahren, in Europa in den Kinos gezeigt. Weiterlesen

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Lilacs in the Spring

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Ein neues Glamourpaar? Flynn und Anna Neagle

 

Lilacs in the Spring (in den USA als Let’s Make Up herausgebracht) ist bisher nicht auf Deutsch synchronisiert, vermutlich, weil ein Großteil des Films von Anna Neagle getragen wird, die bei uns eher unbekannt ist. Sie war jedoch zu ihrer Zeit in Großbritannien ein großer Star. So groß, daß damals sogar ein Zeitungsartikel erschien, in dem Errol gebeten wurde, vorsichtig mit dem Star umzugehen und ihn nicht zu verletzen!

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Flynn und Anna Neagle am Flughafen

 

Der Film beginnt in Schwarzweiß im London des Jahres 1944. Während eines Luftangriffs wird Carole Beaumont (Anna Neagle), eine Tänzerin und Freiwillige in der Armee, bewußtlos und träumt davon, Nell Gwynn zu sein, die Geliebte von Prinz Charles. Es folgt eine ausführliche Szenerie, in der Anna Neagle die Gelegenheit erhält, eine ihrer bekanntesten Bühnenrollen noch einmal zu spielen. Diese Traumszene wird in Farbe dargestellt, bevor es in der Gegenwart wieder in Schwarzweiß weitergeht: Carole kommt wieder zu sich und erholt sich für einen kurzen Moment, bevor sie wieder das Bewußtsein verliert. Die Rahmenhandlung geht im Grunde genommen darum, ob sich Carole und ihre große Liebe Charles King bekommen werden. Sie wird von verschiedenen Traumszenen und Rückblicken unterbrochen, was die Zusammenfassung nicht sehr einfach macht. Ich konzentriere mich deswegen auf die Szenen mit Errol Flynn.

An dieser Stelle, nach 18 Minuten und 35 Sekunden, erscheint Errol als Caroles Vater John Beaumont zum ersten Mal. Wir sehen, wie sich ein Tor öffnet mit der Aufschrift „Glendale Studios Inc. Hollywood“. Natürlich weiß der Zuschauer damit sofort, wo wir jetzt sind, und wir treffen auf den großen Hollywoodstar John Beaumont, Spitzname „Beau“ (wie jeder weiß, das französische Wort für „schön, gutaussehend“) im Büro seines Chefs. Witzigerweise heißt der Boss Jack – eine absichtliche Reminiszenz an Jack „J.L.“ Warner? Äußerlich sieht er ihm jedenfalls nicht sehr ähnlich.

Errol sieht übrigens gut aus, mit grauen Schläfen, einer Brille in der Hand und in einen eleganten Anzug gekleidet – wie ein großer, reifer Hollywoodstar, den er ja auch darstellen soll, eine Mischung aus sich selbst und seinem Idol John Barrymore.

In seiner Rolle als Beau versucht er, seinen Chef zu überreden, ihn nach London fliegen zu lassen, weil er erfahren hat, daß seine Tochter dort bei einem Bombenangriff verletzt worden ist. Aber der Boss will ihn nicht gehen lassen – filmische Verpflichtungen, zwei Millionen Dollar investiert, und dann wisse man ja noch gar nicht, wie ernst die ganze Sache überhaupt sei… Obwohl Beau wegen des Gedächtnisverlustes seiner Tochter darauf besteht, überzeugt ihn Jack schließlich, daß man erst einmal ein Telegramm schickt um herauszufinden, was denn nun wirklich passiert ist. Beau stimmt schließlich zu und verschwindet für weitere fünfzehn Minuten vom Bildschirm, während derer Anna Neagle als Carole träumt, Queen Victoria zu sein, eine andere Rolle, die sie jahrelang erfolgreich auf der Bühne gespielt hatte.

Wir treffen Errol wieder an einem Pool, wo er mit einem Freund sitzt und sich entspannt. Er trägt ein blaues Hemd, Shorts, eine Brille, und er liest. Ein schöner Anblick, so hätte man ihn wahrscheinlich auch im wirklichen Privatleben angetroffen. Er erhält ein Telegramm von seiner Tochter und erfährt, daß sie jemanden namens Albert heiraten will. Die Szene ist sehr berührend. Sein Satz „Das läßt mich wirklich mein Alter fühlen“, während er darüber nachdenkt, daß seine Tochter jetzt heiraten will – er selbst hatte nie die Chance, eines seiner Kinder verheiratet zu sehen. Vielleicht ist das der Grund, warum mich die Szene so berührt hat. Es fühlt sich bald so an, als ob er in der Szene unbewußt ahnte, daß er nicht alt genug werden würde, um seine Töchter zum Altar zu führen…

Schnitt zu einer Szene in einer Bar, wo die ältere Barbesitzerin, Katie, uns die Geschichte von Beau und Caroles Mutter, Lillian Grey, erzählt. Jetzt beginnt die eigentliche Handlung für Errol. In einem Rückblick erzählt Katie, die 20 Jahre lang Lillian im Theater als Garderobiere betreut hat, die Geschichte:

Wir sehen den jungen Beau im nächtlichen London auf dem Weg ins Theater, wo er die Hauptrolle in einem Theaterstück namens „The Runaway Girl“ spielt. Er tanzt fast durch die Straßen, hält zwischendurch an einem Werbeplakat für seine Show an, das er mit seinem Gehstock vom Straßendreck säubert. Vor dem Theater trifft er auf sein Co-Sternchen Lillian Grey und bittet sie zum Dinner nach der Vorstellung. Dadurch kommt er fast zu spät zu seiner Show, wobei er noch zugibt „Immer spät, aber gerade noch zur rechten Zeit“, bevor er die Bühne betritt und mit seiner Nummer „Lily of Laguna“ beginnt. Errol Flynn singt und tanzt dabei in seiner Rolle als Beau, und gar nicht einmal schlecht. Lillian kommt dazu und sie steppen und tanzen gemeinsam die Nummer zu Ende. Das Lied endet mit ein paar Takten des Hochzeitsmarsches.

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Let’s dance!

 

Errols Gesang klingt gut (es gibt das Lied übrigens in einer etwas abgewandelten Version auf CD, ebenso wie ein Duett des Titelliedes „Lilacs in the Spring“ mit seiner dritten Ehefrau Patrice Wymore), und es macht Spaß, ihm beim Tanzen zuzusehen. Man stellt sich unwillkürlich die Frage, welche Rollen Errol hätte spielen können – wenn er sie bekommen hätte!

Nach der Show wartet Beau vor dem Theater auf Lillian. Er wird von mehreren hübschen Damen begrüßt, von denen eine eigentlich schon mit ihm zum Dinner verabredet war – eine Anspielung auf Errols wahres Leben, in dem ihm ja auch die Damen nachliefen… Als Lillian endlich kommt, fordert er sie auf, ihn statt „Mr Beaumont“ einfach „Beau“ zu nennen, wie es alle tun, und sie erfährt, daß er die Show verlassen wird und eine neue im London Hippodrome bekommt. Er nimmt Lillian mit und verspricht ihr, daß er sie zum Star machen wird.

Die neue Show heißt „Hello Tango“, und das nächste Kapitel von Lillian und Beaus Beziehung beginnt mit einer Szene daraus. Ursprünglich tanzten Errol und Anna Neagle auch einen Tango für den Film, doch die Szene wurde – leider – letztendlich wieder herausgeschnitten. – So sehen wir nur eine Szene, in der Lillian tanzt und Beau sie hinter der Bühne beobachtet. Anschließend sehen wir sie beide in der Garderobe und Beau gratuliert Lillian zu ihrem Erfolg. Gleichzeitig äußert er eine gewisse Sorge, daß er vielleicht den Anschluß verliert, während Lillian auf ihrer Karriereleiter nach oben steigt… Er macht ihr schließlich einen Heiratsantrag, den sie annimmt. Ihre Zweisamkeit wird nun jedoch von einem Kollegen gestört, der eine Zeitungsmeldung bringt: steht ein neuer Krieg bevor? Beau meint jedoch: „Wir sind im Jahre 1914, es wird nie einen weiteren Krieg geben.“

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Szenenbild der Tangoszene, die der Schere zum Opfer fiel

 

Nun, wie wir alle wissen, fand der Erste Weltkrieg statt, so daß uns die nächste Szene mit hinaus aufs Land nimmt, wo Beau für Lillian ein Picknick veranstaltet. Er trägt schon seine Armeeuniform. Als Lillian bemerkt, wie gut er darin aussieht, erwidert er scherzend: „Gut? Es gibt nur zwei Größen – zu groß oder zu klein!“ Sie genießen ihr letztes Rendezvous, bevor Beau in den Krieg ziehen muß, in „eine Ecke eines fremdem Feldes, das für immer England sein wird“. Sie teilen einige intime Momente miteinander, aber Anna Neagle ist nicht Olivia de Havilland oder Alexis Smith, und mir persönlich fehlt die Chemie zwischen den beiden. Auch wenn sich die beiden bei den Dreharbeiten und auch privat wohl großartig verstanden haben sollen, glaube ich, daß Anna nicht unbedingt Errols Frauentyp entsprach. Sie war fünf Jahre älter als er, so würde sie in den Lili-Damita-Bereich passen – in seiner Jugend fühlte sich Errol ja eher von älteren Frauen angezogen. Dennoch habe ich den Eindruck, daß sie ihn während des ganzen Films immer etwas herablassend behandelt. Sie wirkt auf mich etwas hochmütig, so als ob sie indirekt sagen würde, „Ich bin hier in Großbritannien der große Star, Deine Karriere ist im Sinkflug begriffen.“ Aber das ist nur ein persönlicher Eindruck von mir, der ein wenig den offiziellen Berichten widerspricht, daß die beiden sich gut verstanden haben.

Zurück zur Handlung. Beau zieht also in den Krieg und wir sehen ihn in einem Bunker in Frankreich. Er hat gerade eine Nachricht erhalten, daß er nach London zurückkehren dürfe, um eine Ausbildung zum Piloten zu absolvieren. Er ist so glücklich darüber, daß er ein Lied anstimmt, das in der nächsten Szene sehr geschickt von einem Damenballett aufgegriffen wird, womit wir wieder in England bei Lillian sind. Deren Karriere brummt, wir sehen eine weitere Tanznummer von ihr. Beau schleicht sich inzwischen in ihre Garderobe und überrascht sie nach ihrer Nummer. Er erzählt ihr, daß er mehrere Monate in London sein wird und sie verabreden sich zum Abendessen nach der Show.

Wir sehen sie wieder bei Romano’s, wo jeder sehr froh zu sein scheint, daß Beau wieder da ist. Als die Leute Lillian erkennen, applaudieren sie ihr und Beau sagt, daß sie jedes Stück davon verdiene. „Lily of Laguna“, Beaus Musicalnummer, wird gespielt und die beiden tanzen und diskutieren über Lillians künftige Projekte. Im Zeitraffer sehen wir jetzt, daß Lillian sehr gefragt ist und Show auf Show macht, bis zum Jahr 1925. Hier treffen wir Beau in einer Theaterloge, der seinem Nachbarn erzählt, daß er Glück hatte, gleich nach dem Krieg wieder engagiert zu werden und seitdem immer gearbeitet hätte – mehr oder weniger.

Daß es eher weniger war, erfahren wir gleich darauf durch das Geschwätz zweier älterer Damen:

„Was ist mit ihrem Mann passiert?“

„Ach, ich denke, er hat nicht wirklich viel gearbeitet seit dem Krieg.“ Sie erinnern sich nicht einmal an seinen Namen.

Hier beginnt der traurige Teil des Films, den Errol besonders gut spielt, vielleicht, weil es ihn ein wenig an seine eigene Karriere erinnert. Man sieht die Traurigkeit in seinen Augen… Beau verläßt die Loge und geht zur Garderobe seiner Frau. Dort trifft er auf seine kleine Tochter Carole. Sie sitzt vor dem Spiegel und versucht, sich zu schminken – daher stammt wahrscheinlich auch der Titel, unter dem der Film in den USA in die Kinos kam: “Let’s Make Up”. Die Kleine will wie ihre Mutti aussehen, wobei Beau ihr nun hilft – allerdings in etwas übertriebenem Maße. Hier sieht man, wie gut Errol mit Kindern umgehen konnte – das ist keine Schauspielerei, das ist das reinste Vergnügen für Filmvater und Filmtochter. Er zeigt Carole, wie man als Dame vor dem Spiegel sitzt, mit übergeschlagenen Beinen – Errol ist so großartig in solchen Szenen, man fühlt sich an die Szene in „Gegen alle Flaggen“ erinnert, wo er Maureen O’Hara zeigte, wie man ein Schönheitspflästerchen verwendet und sich als echte Lady verhält. Diese Szenen zeigen sein großes schauspielerisches Talent im komödiantischen Bereich, das er leider nie richtig entfalten durfte.

Als Lillian ihre Performance beendet und in die Garderobe kommt, versteckt sich Carole hinter einem Vorhang, um sie zu überraschen. Sie wird unfreiwillig Zeuge eines Streits zwischen Lillian und Beau. Lillian fragt ihn, wieder ziemlich hochmütig, ob er denn heute Arbeit gefunden habe, doch er verneint. Es scheint sie nicht weiter zu kümmern. Er erzählt ihr daraufhin, daß er nach Amerika gehen will, wo sie etwas namens „sprechende Bilder“, also den Tonfilm, erfunden haben. Dazu brauchen sie Leute wie ihn aus dem Theaterbereich, die gelernt haben, sich auszudrücken. Lillian winkt ab – wieder nur eine von Beaus „Ideen“. Mit dieser Bemerkung verletzt sie ihn sehr – schließlich, so bemerkt er, war es eine seiner „Ideen“, daß sie ein Star sein könnte – was sie jetzt ja ist, wogegen er auf der Strecke geblieben ist.

Lillian will jedoch nicht mit ihm gehen und so entscheidet er, da er nichts zu verlieren hat und nicht mehr länger von ihrem Geld leben will, daß er allein nach Amerika geht und seine Frau und Tochter zurückläßt. Nachdem er die Garderobe verlassen hat, kommt Carole hinter ihrem Vorhang vor und weint gemeinsam mit ihrer Mutter…

Jetzt entwickeln sich die Karrieren von Beau und Lillian parallel – ständig aufwärts, und Beau wird ein Hollywoodstar. Die Titel seiner Filme, die im Schnelldurchlauf gezeigt werden, sind sehr interessant: „Devil May Care“, übersetzt in etwa „Er schert sich den Teufel darum“, ein Attribut, das oft für Errol Flynn verwendet wurde, und „Captain Fearless“, eine Anspielung sicherlich auf seine Piratenfilme und sein Image als furchtloser Held.

Wir treffen Beau wieder am Set eines seiner Filme. Er wird von einem Journalisten über seine Exfrau interviewt – in einer sehr aufdringlichen Art und Weise. Beau will nicht wirklich über sein Privatleben reden. Das Interview endet damit, daß Beau den Journalisten niederschlägt – eine Szene, die Errols Verhältnis zur Presse nach dem Vergewaltigungsprozeß widerspiegelt.

Beau ist nun bereit, die Szene zu spielen, aber das Gespräch mit dem Journalisten hat dazu geführt, daß Erinnerungen auf ihn einströmen, die ihn ein wenig verwirren. Er kann sich nicht auf die Szene konzentrieren, sondern ist in Gedanken bei seiner Exfrau. Wieder eine sehr bewegende Szene und ich fragte mich, woran Errol in diesem Moment dachte – vielleicht an seine Exfrau Nora, die er ja laut Berichten wirklich sehr geliebt hatte…

Kurze Zeit darauf kehrt Beau nach London zurück. Im Theater trifft er seine Tochter, jetzt ein Teenager, und sie reden kurz miteinander. Aber es wird klar, daß sie sich auseinandergelebt haben, denn Carole hat die ganze Zeit über bei ihrer Mutter gelebt. Auch hier kann man vielleicht wieder eine Parallele zu Errols Leben ziehen, denn wie oft sah er wohl seine eigenen Kinder? Und wenn er sie wieder einmal traf, waren sie anfangs vielleicht auch ein wenig wie Fremde…Beau und Carole sehen Lillians Performance auf der Bühne. Am Ende läuft Carole, überwältigt von ihren Gefühlen, davon. Lillian und Beau unterhalten sich ein weiteres Mal in der Garderobe. Nach einem relativ kühlen Beginn wird bald klar, daß sie einander noch immer lieben. Lillian stimmt zu, Beau nach Hollywood zu begleiten.

Doch als Beau seine Frau mit großem Bahnhof am Flughafen in L.A. begrüßen will, kommt die Nachricht, daß das Flugzeug, in dem sie saß, abgestürzt ist…

An dieser Stelle endet Katies Erzählung in der Kneipe. Charles King, der Mann, der Carole liebt und den sie eigentlich auch liebt, erwähnt, daß er jetzt nach Burma geht. Wieder eine wunderbare Anspielung: Katie sagt zu ihm, „und grüße Errol Flynn von mir, wenn du ihn in Burma siehst.“ Sie bezieht sich natürlich auf den Film „Der Held von Burma“, der 1945 in Großbritannien sehr schlecht aufgenommen worden war, weil die Verdienste der Briten bei der Befreiung Burmas ziemlich unter den Tisch gekehrt worden waren…

Der Film endet mit einer Abschiedsszene von Carole und Charles – Charles bereitet sich darauf vor, ohne seine große Liebe Carole nach Burma zu gehen. Doch zufällig ist auch Beau am Flughafen, und er fordert seine Tochter auf, mit Charles zu gehen, wenn sie ihn wirklich liebt.

Carole: „Aber ich habe doch gar keinen Schlafanzug dabei!“

Beau: „Was willst du in Burma mit einem Schlafanzug? Es ist viel zu heiß! Ich muß das wissen!“ Und wie er das weiß, der alte Schwerenöter! J

Was mich bei dem Film ein wenig irritiert ist der Altersunterschied in der Geschichte, den die Schauspieler zu überbrücken haben. Immerhin beginnt die Handlung ungefähr 1914, kurz vor dem 1. Weltkrieg, und die Gegenwartshandlung spielt im 2. Weltkrieg – es müssen also 30 Jahre überbrückt werden, von einem 20jährigen zu einem 50jährigen, und das gilt auch für Anna Neagle, die ja gleichzeitig noch ihre eigene Tochter spielt… Anna war damals fast 50 und auch Errol sah nicht mehr aus wie ein Dreißigjähriger, was alles ein wenig – aber nur ein wenig – unglaubwürdig wirken läßt.

Ich glaube, wenn man sich der Anspielungen auf Errols Leben und Karriere bewußt ist, macht der Film sogar ein wenig Spaß. Ich gebe zu, daß ich kein Fan von Anna Neagle geworden bin, aber Errol liefert eine starke Vorstellung und es ist schade, daß es keine deutsche Version des Films gibt. Der Film hat einen großen nostalgischen Wert und, wie schon erwähnt, zeigt er uns, wozu Errol schauspielmäßig fähig gewesen wäre, wenn sein Talent nicht unterschätzt und er immer typbesetzt worden wäre.

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